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Inflation: Mieten und
Lebensmittel treiben Preise hoch

Inflationsrate auf zwei Prozent zurückgegangen - Höchste Teuerung im Dezember

Inflation, Feature © Bild: thinkstock.de

Die Teuerung hat sich in Österreich im vergangenen Jahr weiter verlangsamt, die Verbraucherpreise sind um 2,0 Prozent gestiegen. "Wir sehen damit eine deutlich niedrigere Inflationsrate als in den letzten beiden Jahren", sagte der Generaldirektor der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Für 2014 erwarten Wifo und IHS einen weiteren Rückgang auf 1,8 bzw. 1,7 Prozent im Gesamtjahr. Für 2015 sehen beide Institute dann wieder einen leichten Anstieg der Teuerungsrate auf 1,9 Prozent. OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny erwartete Anfang Dezember einen Rückgang auf 1,7 Prozent für 2014 und auf 1,6 Prozent für 2015.

2011 sei das Preisniveau gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent gestiegen, 2012 um 2,4 Prozent, sagte Pesendorfer. Auch gemessen am langjährigen Durchschnitt liege man derzeit im niedrigen Inflationsbereich - in den 1970er Jahren sei die Teuerung viel stärker gewesen. Die Jahresteuerung von 2013 entspreche genau dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Dass viele Konsumenten angesichts der viel stärker "gefühlten" Inflation ungläubig den Kopf schütteln werden, ist dem Statistiker klar. "Das hat damit zu tun, dass vor allem preissenkende Effekte vielfach ausgehen von langlebigen Konsumgütern. Das sind Konsumgüter, die Sie nicht tagtäglich einkaufen."

"Aus diesem Grund haben wir Spezial-Warenkörbe entwickelt, die den täglichen Einkauf widerspiegeln sollen sowie auch den wöchentlichen Einkauf, weil das die Wahrnehmung der Menschen viel stärker trifft als die Jahresdurchschnittsinflationsrate", erklärte Pesendorfer.

Nahrungsmittelpreise gestiegen

Der "Mikowarenkorb" des täglichen Einkaufs hatte mit 3,4 Prozent die höchste Teuerungsrate. "Hier schlagen die Nahrungsmittelpreise durch", sagte Josef Auer, Volkswirtschaftsexperte der Statistik Austria. Der Miniwarenkorb, der die wöchentlichen Ausgaben abbilden soll und auch die deutlich gesunkenen Treibstoffpreise enthält, entwickelte sich mit einem Preisanstieg von 1,3 Prozent unter dem Durchschnitt.

Als "Administrierte Preise" bezeichnen die Statistiker Gebühren und Abgaben im öffentlichen Bereich, z.B. für Müllabfuhr, Wasser, Kanalisation, aber auch Rezept- und Parkgebühren, Führerscheingebühren und die Ausgaben für die öffentlichen Kindergärten. Diese Preise sind im Vorjahr um durchschnittlich 2,3 Prozent gestiegen.

Die Nahrungsmittelpreise haben sich in Österreich stärker verteuert als im EU-Durchschnitt und legen seit 2008 kontinuierlich über der allgemeinen Teuerung zu. Bemerkenswert ist, dass in Deutschland die Teuerung bei Nahrungsmitteln 2013 sogar höher war als in Österreich.

Der Wert für den internationalen "Harmonisierten Verbraucherpreis-Index" (HVPI) lag 2013 bei 2,1 Prozent. Anders als der nationale VPI bildet der HVPI z.B. auch die Ausgaben ausländischer Touristen ab. "Das schlägt vor allem bei Hotels, Restauraunts oder Museen zu Buche", so Pesendorfer.

Wohnen und Energie als Preistreiber

Auch das eigentümergenutzte Wohnen ist im HVPI nicht enthalten, daher sind die Wohnkosten im HVPI weniger hoch gewichtet als im VPI. Die Ausgaben fürs Wohnen - Mieten, Wasser, Energie u.ä. - waren in Österreich im Vorjahr auch ein Preistreiber und sind um 3,2 Prozent gestiegen.

Österreich mit höchster Teuerung in Europa

Österreich hat im Dezember gemeinsam mit Estland und Großbritannien die höchste Teuerung in der Europäischen Union verzeichnet. In allen drei Ländern lag die jährliche bei 2,0 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. In der Eurozone sank die Inflation im Dezember auf 0,8 Prozent gegenüber 0,9 Prozent im November. In der EU blieb die Rate unverändert bei 1,0 Prozent.

Aus Österreich lagen nur vorläufige Daten vor. Einen Preisrückgang verzeichneten im Dezember Griechenland (-1,8 Prozent), Zypern (-1,3 Prozent), Bulgarien (-0,9 Prozent) und Lettland (-0,4 Prozent). Die niedrigsten Durchschnittswerte über zwölf Monate verzeichneten 2013 Griechenland (-0,9 Prozent), Lettland (0,0 Prozent) sowie Bulgarien, Zypern, Portugal und Schweden (jeweils 0,4 Prozent), die höchsten Durchschnittswerte hatten Estland und Rumänien (je 3,2 Prozent) sowie die Niederlande und Großbritannien (je 2,6 Prozent).

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