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Inflation zu niedrig

EZB sucht nach Lösung - Weitere Lockerung der Geldpolitik möglich

Notenbank - Inflation zu niedrig © Bild: © Corbis. All Rights Reserved.

Die Europäische Zentralbank (EZB) diskutiert, welche Maßnahmen sie im Kampf gegen eine zu lange Phase niedriger Inflation setzen kann. Im Juni wird das Thema das nächste Mal beraten. EZB-Chef Mario Draghi hat letzte Woche einen Hinweis auf eine mögliche weitere Lockerung der Geldpolitik im Juni gegeben. EZB-Rat Ewald Nowotny hielte für diesen Fall einen Zinsschritt allein für zu wenig.

Seiner Meinung nach wäre der Zinssatz allein wahrscheinlich kein Signal, das stark genug sei, große Veränderungen zu bewirken sagte Nowotny am Montag bei der Volkswirtschaftlichen Tagung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in Wien vor den Medien. Hier würde er ein "Paket" für sinnvoll halten, wobei die Zinsen ein Teil davon sein könnten, wie es auf Nachfrage hieß. Der Leitzins sei ohnedies schon auf historisch tiefem Niveau.

Spekulation über weitere Zinssenkungen

Seit die EZB-Spitze für Juni - wenn die nächsten aktuellen Inflations-Daten vorliegen - neue geldpolitische Schritte in den Raum gestellt hat, wird im Markt über weitere Zinssenkungen, Liquiditätsmaßnahmen bzw. Wertpapierkäufe spekuliert. Die EZB strebt für ihr Stabilitätsziel eine Inflationsrate von knapp 2 Prozent an. Davon ist sie derzeit aber deutlich entfernt. Im Juni gibt es einen neuen Ausblick.

Nichts hält Nowotny im übrigen vom Vorschlag des deutschen Wirtschaftsweisen Peter Bofinger, der der EZB riet, in großem Stil US-Staatsanleihen aufzukaufen, um den hohen Eurokurs zu drücken. Das würde den bestehenden Regeln widersprechen, sagte Nowotny heute.

Österreich kommt mit aktuellem Euro-Kurs gut zurecht

Österreichs Industrie komme mit dem aktuellen Euro-Kurs sehr gut zurecht, weil sie insgesamt sehr gut aufgestellt sei, so Nowotny. Andere Länder wiederum kämen nicht so gut damit zurecht. "Wir leben aber in einer Welt flexibler Wechselkurse." Nowotny sieht die jetzigen Größenordnungen im Wechselkursgefüge nicht dramatisch.

Vor allem französische Exporteure jammerten zuletzt lautstark über den starken Euro, auch deutsche Konzerne meldeten sich schon zu Wort. EZB-Vizepräsident Vitor Constancio meinte vor Journalisten, die Zentralbank ignoriere das Thema nicht, aber sie verfolge kein Wechselkursziel.

Kommentare

bushmaster

Es kann doch nicht sein , dass am Ende des Lebens,
das Ersparte nicht s mehr WERT ist. Darum 25.05.

Die Wirtschaftswissenschaft meint, dass bei Niedrigzinsen das Kreditvolumen und damit die Geldmenge wächst, also Inflation entsteht. Warum derzeit nicht? Weil die Finanzhaie sich das Geld zum Spekulieren zurückhalten. Dort haben wir die Inflation, nur wird das als positiv bewertet, weil man uns vorgaukelt, dass steigende Aktienkurse Wirtschaftswachstum bedeutet. Wann wird umgedacht?

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