Inflation in Österreich von

Teuerungsrate sinkt leicht

Auf 2,3 Prozent. Größte Preistreiber im April waren Wohnen, Wasser und Energie

Inflation in Österreich - Teuerungsrate sinkt leicht © Bild: Corbis

Die gute Nachricht zuerst: Die Teuerung hat in Österreich auch im April an Dynamik verloren und ging im Vergleich zum Vormonat auf 2,3 Prozent zurück. Allerdings gibt es auch eine schlechte Nachricht: Der typische wöchentliche Einkauf der Österreicher, der Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Treibstoffe enthält, hat sich im April mit 3,8 Prozent stärker verteuert als die allgemeine Inflationsrate. Größte Preistreiber im April waren erneut Wohnen, Wasser und Energie.

Generell dominierten im April die höheren Ausgaben in folgenden Bereichen beim Anstieg der Inflation. Hauptpreistreiber war die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" mit durchschnittlich 3,4 Prozent im Jahresabstand. Ausschlaggebend dafür waren Preisanstiege für die Instandhaltung von Wohnungen (+3,5 Prozent) und höhere Wohnungsmieten (+4,9 Prozent). Haushaltsenergie kostete durchschnittlich um 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr, Gas um 7 Prozent, Heizöl um 6 Prozent, Strom blieb dagegen unverändert.

Ausgaben für "Verkehr" verteuerten sich um 2,6 Prozent, wobei die Treibstoffpreise um 8 Prozent anstiegen. Auch die Wartung und Reparatur von Pkw verteuerte sich um 4 Prozent. Neue Pkw kosteten um 1 Prozent weniger, Flugtickets verbilligten sich sogar um 6 Prozent.

Die Preise für Versicherungsdienstleistungen legten um 2,2 Prozent zu, für Körperpflege musste man im April um 2,4 Prozent mehr ausgeben als vor einem Jahr und für Uhren und Schmuck um 11 Prozent mehr. Restaurants und Hotels verteuerten sich im Schnitt um 2,7 Prozent.

Billigeres Obst, teurerer Kaffee
Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken mit einem durchschnittlichen Anstieg von 1,7 Prozent. Aber auch hier gab es Ausreißer: so verteuerten sich Fleisch und Fleischwaren um 5 Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse sowie Molkereiprodukte jeweils um 4 Prozent. Diese wurde durch Verbilligungen bei Obst (-19 Prozent) und Gemüse (-2 Prozent) größtenteils aufgefangen. Alkoholfreie Getränke verteuerten sich allerdings deutlich um 4,2 Prozent, Kaffee sogar um 11 Prozent.

Im Monatsabstand wurden vor allem Kleidungs- und Schuhartikel teurer - um jeweils 3,0 Prozent. Hierfür werden Änderungen im Sortiment der Frühjahrs-/Sommerkollektion verantwortlich gemacht. Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand waren überwiegend deutliche Verbilligungen bei Gemüse (-4 Prozent).

Inflation sinkt auch in Eurozone
Nicht nur in Österreich, auch in der gesamten Eurozone ist der Preisauftrieb im April gegenüber dem Vergleichsmonat 2011 auf 2,6 Prozent gesunken.

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Schweden (1,0 Prozent), Griechenland (1,5 Prozent) und Irland (1,9 Prozent) gemessen und die höchsten in Ungarn (5,6 Prozent), Estland (4,3 Prozent) sowie in Polen und Tschechien (je 4,0 Prozent).