Inflation sinkt im Juni auf 1,5 %: Preis-steigerungen bei Wohnung, Wasser, Energie

Heizöl ganze 19 % teurer! Auch Verkehrskosten hoch Inflation in der Eurozone stagnierte bei 2,5 Prozent

Inflation sinkt im Juni auf 1,5 %: Preis-steigerungen bei Wohnung, Wasser, Energie

Die Teuerung ist in Österreich im Juni leicht zurückgegangen. Die Inflationsrate verringerte sich auf 1,5 Prozent, nachdem der Preisansteig im Mai - ebenso wie im April - noch 1,7 Prozent im Jahresabstand betragen hatte. Davor hatte der heimische VPI im März dagegen nur um 1,0 Prozent zugelegt. "Top-Preistreiber" war die Hauptgruppe Wohnung, Wasser und Energie, auf die sich mehr als die Hälfte der Jahresinflation zurückführen lässt.

Die Preissteigerung dieser Gruppe betrug im Schnitt 5,0 Prozent; vor allem für diesen Anstieg verantwortlich waren Haushaltsenergie (im Schnitt +7,9 Prozent; davon Heizöl +19 Prozent), die Wohnungsmieten (+5,3 Prozent) und die Betriebskosten für Wohnungen (+6 Prozent; davon Betriebskosten Eigentumswohnung +18 Prozent, Betriebskosten Mietwohnung +2 Prozent). Inflationsdämpfend wirkten dagegen die Ausgaben für Eigentumswohnungen (Annuitätenzahlungen); sie verzeichneten auch diesen Monat einen Rückgang (-19,5 Prozent).

Die Hauptgruppe Verkehr wies im Juni im Jahresabstand "nur" noch einen durchschnittlichen Preisanstieg von 3,4 Prozent auf (Mai +4,4 Prozent, April +4,2 Prozent). Preisdämpfend wirkten hier Flugtickets (-6 Prozent). Treibstoffe verteuerten sich insgesamt um 11 Prozent (Normalbenzin und Diesel je +11 Prozent, Super +10 Prozent). Im Mai hatte es noch 13 Prozent Teuerung bei den Treibstoffen gegeben.

Die Teuerung in der Hauptgruppe Restaurants und Hotels betrug im Mittel 1,8 Prozent, hauptsächlich verursacht durch gestiegene Preise bei den Bewirtungsdienstleistungen (+2,1 Prozent).

Freizeit und Kultur als Preisdämpfer
"Top-Preisdämpfer" im Jahresabstand war Hauptgruppe Freizeit und Kultur (-2,4 Prozent). Hier fanden sich Preissenkungen von 9,1 Prozent bei audiovisuellen, fotografischen und EDV-Geräten. Die Preise für Pauschalreisen gingen um 5,1 Prozent zurück.

In der Hauptgruppe Nachrichtenübermittlung (-4,9 Prozent) sanken die Preise weiterhin, aber weniger stark als noch in den Monaten davor (Mai -8,1 Prozent, April -10,7 Prozent). So gingen die Preise bei Telefon- und Telefaxdiensten nur um 4,5 Prozent zurück. Die Preise für Telefonapparate und Telefaxgeräte sanken um 24 Prozent.

Im Monatsabstand dagegen sorgte zu Beginn der Hauptreisezeit die Hauptgruppe Freizeit und Kultur als "Top-Preistreiber" für durchschnittliche Preissteigerungen von 0,8 Prozent von Mai auf Juni. Erklären lässt sich dies nach Angaben der Statistik Austria von Montag vor allem durch Preiserhöhungen bei den Pauschalreisen (+4,0 Prozent), speziell bei Flugpauschalreisen (+7 Prozent).

Günstiger Schlussverkauf bei Bekleidung
In der Hauptgruppe Restaurants und Hotels stiegen die Preise von Mai auf Juni saisonbedingt um 0,7 Prozent, hauptsächlich wegen höherer Preise bei den Beherbergungsdienstleistungen (im Schnitt +3,7 Prozent; Übernachtung im Ausland /Appartement +20 Prozent).

In der Hauptgruppe Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke (-0,4 Prozent) verbilligte sich bei den Nahrungsmitteln (-0,5 Prozent) v.a. Obst (-3 Prozent; Pfirsiche/ Nektarinen: sogar -41 Prozent), Gemüse (-1 Prozent; Eissalat -31 Prozent, Häuptelsalat -16 Prozent, Tomaten -11 Prozent) und Fleisch (-1 Prozent; Toastschinken -4 Prozent).

Der beginnende Schlussverkauf führte in der Hauptgruppe Bekleidung und Schuhe binnen Monatsfrist zu Preissenkungen von im Schnitt 0,8 Prozent (Bekleidung gesamt -0,9 Prozent; Herrenjacke -4 Prozent, Herrenhemd -3 Prozent, Damenjacke und Damenbluse je -2 Prozent).

Dass der HVPI mit 1,8 Prozent Jahresrate über dem nationalen VPI (+1,5 Prozent) liegt, ist damit zu erklären, dass der HVPI im Unterschied zum VPI auch die Ausgaben von Touristen in Österreich abdeckt. Daher ist die Ausgabengruppe Restaurants und Hotels im HVPI doppelt so stark wie im VPI gewichtet. Die seit Monaten andauernden überdurchschnittlichen Preissteigerungen dieser Ausgabengruppe wirken daher preistreibend auf den HVPI und erklären somit hauptsächlich die jetzige Differenz zwischen den Inflationsraten des VPI und des HVPI.

Der so genannte Preisindex für Pensionistenhaushalte lag im Juni um 1,9 Prozent höher. Verantwortlich für die Differenz um 0,4 Prozentpunkte zum allgemeinen VPI sind hauptsächlich die Gruppen Verschiedene Waren und Dienstleistungen sowie Gesundheitspflege.

Inflation in Eurozone stagnierte bei 2,5 Prozent
Die Inflation der Eurozone stagnierte im Juni weiter auf hohem Niveau. Gegenüber Mai bleib die Rate unverändert bei 2,5 Prozent. Auch in der gesamten Europäischen Union blieb die Inflation weiterhin unverändert bei 2,4 Prozent.

Nach Auffassung der Europäischen Zentralbank ist Preisstabilität im gemeinsamen Währungsgebiet der 12 Euro-Staaten nur bei einer Inflation bis zwei Prozent gewährleistet. Die niedrigsten Inflationsraten wurden in Finnland und Polen (jeweils 1,5 Prozent) sowie in den Niederlanden und Österreich (jeweils 1,8 Prozent) gemessen. Für Österreich liegt allerdings nur ein vorläufiger Wert vor. Am höchsten war die Inflation in Lettland (6,3 Prozent), der Slowakei (4,5 Prozent), Estland (4,4 Prozent) und Spanien (4,0 Prozent).

(apa/red)