Industrieproduktion in Japan bricht ein:
Klares Minus von 8,1 Prozent im November

Heftigster Rückgang seit Beginn der Daten 1953 Bisher war Japans Wirtschaft von Exporten abhängig

Industrieproduktion in Japan bricht ein:
Klares Minus von 8,1 Prozent im November © Bild: APA/Barbara Gindl

Japans Industrieproduktion ist im November so stark gesunken wie noch nie. Die Produktion schrumpfte angesichts der wegbrechenden Auslandsnachfrage nach japanischen Autos oder Elektronikprodukten um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das ist der heftigste Rückgang seit Beginn der Erstellung vergleichbarer Daten im Jahr 1953.

Dies verdeutlicht einmal mehr, wie sehr die vom Exportmotor abhängige zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu spüren bekommt.Dass die Börse in Tokio am Freitag dennoch fest schloss, lag daran, dass die Investoren derlei schlechte Konjunkturdaten schon erwarten hatten. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stieg um 140,02 Punkte oder 1,63 Prozent auf 8739,52 Punkte.

Rekordhaushalt
Um Japans Wirtschaft angesichts der globalen Jahrhundertkrise wieder auf die Beine zu verhelfen, entschloss sich die Regierung kürzlich zu einem Rekordhaushalt von 88,5 Billionen Yen (699 Mrd. Euro) für das am 1. April 2009 beginnende neue Fiskaljahr. Um den Menschen und Unternehmen zu helfen, ist die Regierung in Tokio bereit, ihre Bemühungen zur Haushaltssanierung einstweilen hintenan zu stellen.

Wie die Regierung unterdessen weiter bekanntgab, sinkt der Ausstoß der Industrie "rapide". So wird für Dezember ein weiterer Rückgang um 8,0 Prozent vorhergesagt, die düsterste Prognose, die das Industrieministerium je abgegeben hat. Im Jänner dürfte der Produktionsrückgang 2,1 Prozent betragen. Angesichts der Rezession, in der sich Japan genauso befindet wie Deutschland oder die USA, müssen selbst Vorzeigeunternehmen wie Toyota ihre Produktion drosseln und Investitionspläne zurückstellen.
(apa/red)