Parlamentswahlen von

Indien: Blutiger Wahltag

Anschläge maoistischer Rebellen. Attentate fordern mindestens 14 Tote.

Parlamentswahlen in Indien © Bild: Reuters/Jayanta Dey

In Ost-Indien sind am Samstag bei zwei Bombenanschlägen mutmaßlicher maoistischer Rebellen mindestens 14 Menschen getötet worden. Die meisten der Opfer waren Angehörige paramilitärischer Einheiten und Wahlhelfer. Die Detonationen ereigneten sich in einem Abstand von einer halben Stunde im Bundesstaat Chhattisgarh. Es waren die schwersten Zwischenfälle seit dem Beginn der Parlamentswahl am Montag.

Die Abstimmung in den mehr als 900.000 Wahllokalen dauert insgesamt sechs Wochen. Mit einem Ergebnis wird für den 16. Mai gerechnet.

Nach Angaben der Polizei fuhr am Samstag ein Bus mit Wahlhelfern im Bundesstaat Chhattisgarh auf eine Landmine, alle sechs Insassen wurden getötet. Die zweite Bombe ging in einem Rettungswagen hoch, in dem sich die Militärangehörigen befanden. In der Vergangenheit hatten paramilitärische Einheiten immer wieder Ambulanzen als Fahrzeuge genutzt, um Anschlägen von Rebellen zu entgehen. Laut Polizei wurden beide Sprengsätze von Maoisten deponiert.

Anschläge nahe Darbha

Die Anschläge ereigneten sich in der Nähe von Darbha, wo maoistische Rebellen im vergangenen Mai bei einem großangelegten Angriff den örtlichen Vorsitzenden der regierenden Kongress-Partei sowie weitere führende Parteikader getötet hatten. Die Maoisten kämpfen seit 1967 in ländlichen Gegenden Zentral- und Ostindiens gegen die Staatsmacht. Sie fordern vor allem mehr Rechte für landlose Bauern und rufen zur Abschaffung der "halbkolonialen und halbfeudalen" Machtstrukturen im Land auf. Chhattisgarh ist eine ihrer Hochburgen.

Die Parlamentswahl in Indien läuft seit Montag. Die Mammut-Abstimmung, zu der landesweit 814 Millionen Menschen aufgerufen sind, wird in mehreren Etappen bis zum 12. Mai abgehalten. Als Favoriten gelten die oppositionellen Hindu-Nationalisten von der Bharatiya Janata Party (BJP). Die seit 2004 regierende Kongress-Partei ist wegen der lahmenden Wirtschaft und einer Reihe von Korruptionsskandalen angeschlagen.

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