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Drei Sprengsätze explodieren

17 Menschen sterben bei Anschlägen in Mumbai - noch keine Spur von Attentätern

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    Drei Sprengsätze sind in der indischen Millionenstadt Mumbai binnen weniger Minuten hochgegangen.

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    Mehrere Menschen sterben, zahlreiche Personen werden verletzt.

Mehr als zweieinhalb Jahre nach der verheerenden Terrorserie im westindischen Mumbai ist die Finanzmetropole erneut von Anschlägen erschüttert worden. Mindestens 17 Menschen sind nach jüngsten Erkenntnissen der Behörden ums Leben gekommen. Regierung und Polizei noch keine Spur von den Attentätern oder deren Hintermännern. "Alle (terroristischen) Gruppen, die fähig sind, einen solchen Anschlag zu verüben, stehen unter Verdacht", sagte Innenminister Palaniappan Chidambaram. Man ermittle in sämtliche Richtungen.

In den indischen Medien wurde über eine Verwicklung radikaler Islamisten aus dem Nachbarland diskutiert. Die Behörden korrigierten am Donnerstag die Zahl der Todesopfer nach unten. Wie Chidambaram mitteilte, starben nach jüngsten Erkenntnissen mindestens 17 Menschen, als am Mittwoch in drei Wohn- und Geschäftsvierteln Sprengsätze explodierten. An einem der Tatorte hätten Rettungskräfte zudem einen abgetrennten Kopf gefunden, der noch nicht identifiziert worden sei, so der Minister. Daher habe man diese Person bei der Zählung der Todesopfer bisher nicht berücksichtigt.

Den Angaben zufolge wurden 131 weitere Menschen verletzt, 23 davon schwer. Zunächst hatte die Regierung von 21 Toten und 141 Verletzten gesprochen. Premierminister Manmohan Singh wollte am Abend in Mumbai mit Verletzten und Angehörigen der Opfer zusammentreffen.

Kein Vorwurf an Geheimdienste
Die Nachrichtendienste hatten Minister Chidambaram zufolge vorab keine Erkenntnisse über die geplanten Anschläge. "Daraus kann man den Geheimdiensten keinen Vorwurf machen", sagte er. Die Attentäter seien sehr konspirativ vorgegangen. Möglicherweise habe es sich um eine sehr kleine Tätergruppe gehandelt, deren Mitglieder nicht miteinander kommuniziert hätten.

Die Anschläge vom Mittwoch waren die schwersten seit Ende 2008. Damals hatten zehn islamistische Attentäter bei einer Serie von Anschlägen fast 170 Menschen getötet. Die Spur der Täter führte damals nach Pakistan, was zu schweren Spannungen zwischen den beiden atomar bewaffneten Nachbarn führte.