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89 Tote bei Spital-Brand

Patienten im Schlaf überrascht - Schwere Vorwürfe gegen die Krankenhaus-Leitung

Indien - 89 Tote bei Spital-Brand © Bild: APA/EPA

Bei einem Großbrand in einem indischen Krankenhaus sind 89 Menschen ums Leben gekommen. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Patienten, die im Schlaf von dem Inferno in der Klinik im ostindischen Kolkata überrascht wurden. Der Gesundheitsminister des Bundesstaates West-Bengalen, Subrata Mukherjee, warf der Klinikleitung vor, ihre Schutzbefohlenen während des Feuers im Stich gelassen zu haben.

Nach ersten Erkenntnissen der Rettungskräfte brach das Feuer aus noch ungeklärter Ursache gegen 3.00 Uhr im Erdgeschoß des fünfstöckigen Gebäudes aus und griff rasch auf die oberen Stockwerke über. Die meisten der insgesamt 73 Todesopfer erstickten durch den dichten Rauch, darunter drei Angestellte.

Der Qualm erschwerte auch den Feuerwehrleuten die Arbeit. Die Helfer hatten zudem Probleme, mit ihren Löschzügen überhaupt durch die engen, gewundenen Gassen des Viertels zu dem Krankenhaus zu kommen. Erst nach sechs Stunden waren die Flammen größtenteils unter Kontrolle. Die Feuerwehr konnte noch zahlreiche gebrechliche Patienten über Seile und Leitern in Sicherheit bringen.

Patienten zurückgelassen?
"Es ist entsetzlich, dass sich die Verantwortlichen der Klinik keine Mühe gemacht haben, eingeschlossene Patienten zu retten", sagte Gesundheitsminister Mukherjee. Es scheine, als hätten sich die Vorgesetzten schnell gerettet, aber die Patienten zurückgelassen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich insgesamt 160 Patienten in der Klinik. Mehrere hundert Angehörige verfolgten verzweifelt die Löscharbeiten. "Meine Mutter liegt auf der Intensivstation. Sie ist 70 Jahre alt, und ich weiß nicht, ob sie noch lebt oder nicht", sagte Khokon Chakravathi.

Ministerpräsidentin verspricht Untersuchung
Es war das zweite Feuer in der Klinik innerhalb von drei Jahren. Die Ministerpräsidentin des Bundesstaates West-Bengalen, Mamata Banerjee, versprach bei einem Besuch des Unglücksortes eine Untersuchung des Brandes. Sie entzog der Klinik mit sofortiger Wirkung die Lizenz und sagte Konsequenzen zu, sollte sich ein Verstoß gegen die Brandschutzvorschriften herausstellen.

Die Klinik hielt sich nach eigenen Angaben an die Vorgaben und trainiert regelmäßig für den Ernstfall. Für die Angehörigen der Toten kündigte das Krankenhaus eine Entschädigung von jeweils 500.000 Rupien (7200 Euro) an.