In schwarzen Zahlen: Laudas Low-Cost-Carrier "Niki" auch für 2006 optimistisch

Größter Domestic-Carrier für die iberische Halbinsel 2007 soll mit Moskau auch russischer Markt offen sein

Die Billigairline Niki des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda schreibt in seinem 2. Bilanzjahr nach dem Start 2003 schwarze Zahlen. Bei einem Passagieraufkommen von knapp einer Million flog der Low-Coster, an dem die deutsche Air Berlin mit 24 Prozent beteiligt ist, im Vorjahr 120 Mio. Euro Umsatz ein. Das Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) lag bei 108.637 Euro. Mit dem Zuschlag für die Moskau-Verkehrsrechte wagt Lauda erneut den Schritt auf den Ostmarkt.

Trotz zusätzlicher Spritkosten von 2,4 Mio. Euro blicke man auf ein erfolgreiches vergangenes Jahr 2005 zurück, sagte Lauda vor Journalisten in Mallorca. Positiv ist auch die Erwartung für 2006. Bei den Fluggästen rechnet man mit einer 15-prozentigen Steigerung auf 1,2 Millionen, der Umsatz soll um 5 Prozent auf 135 Mio. Euro steigen. Unsicherheitsfaktor bleibt der hohe Ölpreis. Für das positive EGT 2005 macht Lauda unter anderem die Tatsache verantwortlich, dass man die Spritpreise gehedged habe. Eine neuerliche Kerosinpreiserhöhung bei fortlaufender negativer Kostenspirale schloss er nicht aus.

Größter Domestic-Carrier in Spanien
Gemeinsam mit dem an der Börse notierenden "starken Partner" Air Berlin ist die Low-Cost-Allianz der größte Domestic Carrier für die iberische Halbinsel. Über das Drehkreuz Palma de Mallorca wurden 2005 fast 4 Millionen Flugpassagiere zum spanischen Festland hin- und retour gelotst. Auch die Non-Stop-Strecke Wien-Zürich zeige nach 1,5 Jahren eine gute Entwicklung. Eine Non-Stop-Verbindung Wien-Barcelona ist im Plan. Drehkreuz-Konzepte seien "einmalig", erklärte Lauda, der mit 3. Mai seinen offiziellen Niki-Jungfernflug von Linz-Hörsching ins spanische Palma zelebrierte.

Die Auslastung der Niki-Flieger lag im April 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 75 Prozent (2005: 71 Prozent). Eine 80-prozentige Auslastung in diesem Jahr sei machbar, so der Niki-Chef. Schließlich sei man jetzt mit Stand März 2006 schon bei 67 Prozent, aufs ganze Jahr hochgerechnet. Vor allem die Vorausbuchungen über Linz-Hörsching seien jetzt schon höher als über Salzburg.

Wien-Moskau startet 2007
Nebeneffekt der Air Berlin-Partnerschaft ist neben einem rascheren Aufstocken der Niki-Flotte - der 6. Flieger wird bereits im Herbst ausgeliefert, die nächste Airbuslieferung soll im März 2007 erfolgen - der Sprung ins Ost-Geschäft. Die Route Wien-Moskau soll mit Anfang 2007 ins Programm der Partnerairlines. Lauda schielt damit auf die Märkte des österreichischen Home Carriers Austrian Airlines (AUA). Mit der Streckenexpansion in den russischen Luftraum tritt der Billigflieger in direkte Konkurrenz mit der AUA, die sich das Geschäft Österreich-Russland mit der russischen Aeroflot teilt. Niki Lauda hingegen wird ohne lokalen Airlinepartner im Schlepptau fliegen. Das Potenzial für Moskau liege bei gut 100.000 Passagieren im Jahr. Eine weitere mögliche Destination könnte St. Petersburg mit 80.000 Passagieren sein. Andere russische Destinationen seien nicht interessant.

Niki und Air Berlin wollen Wien als Drehscheibe für ihr Ostgeschäft aufbauen - Air Berlin soll den Passagier-Zubringer spielen und Niki wird die Destination Moskau bedienen. "Es ist der Beginn Richtung Osten", so der Niki-Chef, aber er habe aus Polen gelernt und gehe die Planung sehr konservativ an. Niki hatte sich im Frühjahr 2005 nach nur wenigen Monaten aus dem polnischen Markt wieder zurückgezogen.

Lauda kauft Air Berlin-Aktien
Zum Börsegang der Air Berlin erklärte Lauda, die deutsche Fluglinie sei allein - sprich ohne den Kooperationspartner Niki - an die Börse gegangen. Aber er werde "selber Papiere kaufen, das bin ich ihm schuldig". Über die Höhe des Aktienbesitzes wolle er heute in Wien mit Air-Berlin-Chef Joachim Hunold verhandeln.

Auf die Frage, ob ihn der Chef-Sessel bei der AUA gereizt hätte, erklärte der Niki-Chef: "Er wurde nie gefragt". Insofern habe sich die Frage nicht gestellt.
(APA/red)