In Wien verhaftet: Kroatiens Ex-Chefwaffen-
Einkäufer Vladimir Zagorec wird ausgeliefert

Cobra-Beamte stürmten seine Wiener Wohnung Gab es verbotene Waffenlieferungen aus Österreich?

In Wien verhaftet: Kroatiens Ex-Chefwaffen-
Einkäufer Vladimir Zagorec wird ausgeliefert © Bild: Reuters

Der ehemalige kroatische General und Vize-Verteidigungsminister Vladimir Zagorec steht vor der Auslieferung an Zagreb. Der 44-Jährige war am 26. September festgenommen worden und befand sich am Sonntag in Auslieferungshaft in Wien-Leopoldstadt. Laut kroatischen Medien wird ihm Amtsmissbrauch und Veruntreuung während des Kriegs in Kroatien (1991-1995) vorgeworfen.

"Herr Zagorec wird an Kroatien ausgeliefert", bestätigte die Staatsanwaltschaft Wien. Zagorec' Rechtsanwältin Rech reichte neben einem Antrag auf aufschiebende Wirkung auch eine Verfassungsgerichtshofbeschwerde ein, die am Sonntag nach ihren Angaben bereits beim VfGH eingelangt war.

Während es seitens der Staatsanwaltschaft hieß, dass es bei der Auslieferung nur mehr um die "technischen Modalitäten" gehe, begründete Rech den Antrag auf Aufschiebung damit, dass Zagorec und seine Familie bei einer Überstellung nach Kroatien um sein Leben fürchteten. Sie gehe davon aus, dass die "körperliche Unversehrtheit" ihres Mandanten mehr zähle als die Notwendigkeit seiner Anwesenheit in Kroatien, argumentierte Rech. Sie nehme an, dass der VfGH "diese Ansicht teilt", so die Juristin, die auch Vizepräsidentin der Wiener Anwaltskammer ist.

Wann die geplante Überstellung nach Kroatien, wo bereits ein Verfahren gegen Zagorec läuft, erfolgen soll, stand am Wochenende noch nicht fest. Bei der Staatsanwaltschaft Wien war die Rede von "ein paar Tagen". Es gehe nur mehr darum, dass sich kroatische und österreichische Behörden auf die Modalitäten der Übergabe verständigten.

Zagorec ist in Wien-Wieden offiziell wegen Fluchtgefahr festgenommen worden. Zagorec lebt seit 2000 in Wien, wo er als Bauunternehmer vor allem in Immobilien investiert haben soll. Er war bereits im März vorigen Jahres auf Basis eines internationalen Haftbefehls in Wien verhaftet worden. Gegen Hinterlegung der Kaution von einer Million Euro kam er wenige Tage später unter Auflagen auf freien Fuß.
(apa/red)