"In den nächsten Stunden": Französischer Premier verspricht Lösung für Obdachlose

De Villepin verhandelt mit sozialen Vereinigungen Regierung will "punktuelle Maßnahmen" setzen

Der französische Premierminister Dominique de Villepin (UMP) hat versprochen, dass die Regierung bereits "in den nächsten Stunden" eine "Lösung" für alle Obdachlosen finden werde, die sich aus Protest in Zeltlagern in Paris und mehreren Provinzstädten versammelt haben. "Wir diskutieren mit den Vereinigungen, um die Probleme jener zu regeln, die auf der Straße sind, insbesondere am Kanal Saint Martin in Paris und die anderen", sagte de Villepin im Fernsehsender "Canal Plus".

Sozialminister Jean-Louis Borloo "ist um drei Uhr früh zu Bett gegangen", fuhr der Premier fort und betonte: "Ich denke, dass wir in den nächsten Stunden eine Lösung für jeden einzelnen finden werden". De Villepin versprach "punktuelle Maßnahmen" der Regierung, die in Zusammenarbeit mit den betroffenen Lokalkörperschaften gefasst werden sollen. "Man muss die Mittel finden, um die angebrachten Antworten geben zu können", sagte der Regierungschef und fügte hinzu: "Jedes muss das Seine dazu beitragen, einschließlich der Vereinigungen, man muss ein bisschen realistisch sein."

"Es ist besser, zu zweit order dritt in einem Zimmer zu leben als am Rand eines Kanals, es ist weniger schädlich für die Gesundheit", betonte der Premier und meinte weiter: "Wir müssen die Lage im Laufe der Jahre verbessern, und diese Arbeit wollen wir bis 2008 machen". Laut de Villepin leben in Frankreich "20.000 Obdachlose" zu denen "etwa 100.000 Personen" hinzukommen, die in "inakzeptablen Wohnungen" leben.

Seit Mitte Dezember zelten auf Initiative der Bürgerinitiative "Les Enfants de Don Quichotte" ("Die Kinder von Don Quichotte") zahlreiche Obdachlose am Kanal Saint Martin. Seit dem Wochenende haben sich auch in anderen Städten wie Straßburg und Bordeaux solche Protestlager gebildet. Vergangenen Donnerstag kündigte die Regierung bereits 70 Mio. Euro Notbeihilfen für die Obdachlosen an. Längerfristig soll das Recht auf eine Wohnung gesetzlich verankert und einklagbar gemacht werden.(APA)