In Österreich herrscht ein Kleinwagenboom:
Spritpreise haben Kaufverhalten verändert

33,8 Prozent in Vorarlberg fährt mit "Klein, aber oho!" Wien ist anders und hat geringsten Anteil an "Kleinen"

In Österreich herrscht ein Kleinwagenboom:
Spritpreise haben Kaufverhalten verändert © Bild: Smart

Spritpreise und die Klimaschutzdiskussion haben das Verhalten beim Neuwagenkauf verändert. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass Österreich einen Kleinwagenboom erlebt. Bereits 30,1 Prozent der Neuzulassungen sind ein Stadt- oder Kleinwagen. Den höchsten Kleinwagenanteil hat Vorarlberg mit 33,8 Prozent, den niedrigsten Wien. Die gestrige Einigung auf EU-Ebene zu den CO2-Grenzwerten bezeichnet der VCÖ als faulen Kompromiss auf Kosten der Umwelt und der Autofahrer.

"Klein, aber oho!" Das denken sich immer Österreicherinnen und Österreicher beim Neuwagenkauf. In den ersten zehn Monaten des heurigen Jahres wurden 77.586 Stadt- und Kleinwagen in Österreich neu zugelassen. Damit sind bereits 30,1 Prozent der Neuwagen "Kleine", wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten Kleinwagen einen Anteil von nur 27,8 Prozent, im Jahr 2004 entschieden sich überhaupt nur 24,9 Prozent der Neuwagenkäufer für ein kleines Modell.

"Die Klimaschutzdiskussion und die hohen Spritpreise haben beim Autokauf zu einem Umdenken geführt. Für immer mehr ist der Verbrauch ein wichtiges Kriterium. Immerhin spart man sich bei den laufenden Kosten eine Menge Geld", erklärt VCÖ-Expertin MSc. Ulla Rasmussen. Verbraucht ein Auto auf 100 Kilometer 5 statt 7 Liter Benzin, dann spart man bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometer immerhin 300 Liter Sprit. Für die Geldbörse je nach Spritpreis eine Entlastung von 300 bis 400 Euro, für die Umwelt eine Entlastung von rund 700 Kilogramm CO2.

Höchster Anteil im Ländle
Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass Vorarlberg im Bundesländer-Vergleich mit 33,8 Prozent den höchsten Kleinwagenanteil hat, gefolgt von Kärnten mit 33,0 Prozent und der Steiermark mit 32,9 Prozent. Den geringsten Anteil von Stadt- und Kleinwagen weist mit 24,6 Prozent Wien auf. Den zweitniedrigsten Anteil hat Salzburg mit 27,9 Prozent.

Für die Umwelt und die Spritkosten ist es wichtig, dass die Hersteller sparsamere Modelle auf den Markt bringen. "Die gestrige Einigung der EU zu den CO2-Grenzwerten ist eine vergebene Chance für den Klimaschutz, schadet den Autokäufern und ist aus wirtschaftlicher Sicht fahrlässig. Erst im Jahr 2015 soll das 5-Liter Auto die Norm bei Neuwagen sein. Damit wird es 21 Jahre brauchen, bis das von Deutschland im Jahr 1994 formulierte Ziel Wirklichkeit wird. Wer dazu Schneckentempo sagt, beleidigt Schnecken", so VCÖ-Expertin Rasmussen. Europas Autoindustrie wird ohne deutliche Verringerung des Spritverbrauchs ihrer Modelle am Weltmarkt das Nachsehen haben. Der VCÖ fordert, dass bis zum Jahr 2020 das 3-Liter Auto der Standard ist. Das bedeutet dann einen CO2-Wert von 80 Gramm pro Kilometer.

(vcö/red)