In Israel ist keine klare Führung in Sicht: Ergebnis lässt nur schwache Regierung zu

Livni gewann Wahl mit nur einem Mandat Vorsprung Vermeintliche Sieger schnitten allesamt schlecht ab

Israels Innenpolitik muss auf Arabisch mit "Bardak" rechnen, oder gemäß dem persischen Lehnwort auf Hebräisch mit "Balagan". Auf Deutsch: Durcheinander. "Das Volk will Tzipi" jubelten die Aktivisten der Kadima-Partei, nachdem die Fernsehanstalten ihrer Partei bei den Hochrechnungen 29 Abgeordnete vorhergesagt hatten. Bis zur Auszählung von 99 Prozent der Stimmzettel am Morgen schrumpfte die Zahl der Mandate auf nur noch 28.

Wie sie es nun auch drehen, bringen die besten Zahlenakrobaten unter den politischen Kommentatoren keine denkbare Koalition zustande. Der Wähler habe keine klare Entscheidung zustande gebracht und so werde Israels künftige Regierung in jedem Fall schwach sein.

Da die vermeintlichen Sieger allesamt schlecht abgeschnitten haben und aus persönlichen oder politischen Gründen kaum an einem Tisch zusammensitzen können, gelten eine Große Koalition oder eine Koalition mit rotierendem Ministerpräsidenten als ebenso unrealistisch wie eine schmale Rechtsregierung. Staatspräsident Shimon Peres fällt nun die undankbare Aufgabe zu, jenen Politiker ausfindig zu machen, der die beste Chance hat, eine Regierungskoalition zu bilden. Die Frau an der Spitze der größten Partei Israels wird nicht automatisch nächste Ministerpräsidentin werden.

(apa/red)