In bester Gesellschaft

Silvia Meister über Elizabeth T. Spira Trotz aller Vorbehalte: Gratulation zur Million Seher!

In bester Gesellschaft © Bild: NEWS/Zach/Kiesling

Elizabeth T. Spira kann mich nicht leiden. Ich hab vor langer Zeit eine Reportage über „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ – es war eine der ersten Folgen – geschrieben, die ihr nicht (mehr als nicht) gefallen hat. Der Spira-Fangemeinde gehöre ich bis heute nicht an.

Wenn sich etwa eine Kandidatin lasziv auf dem Bett räkelt oder eine andere im knappen Aerobic-Outfit Tänze aufführt, würde ich am liebsten schreien: „Tun Sie das nicht, Hunderttausende schauen Ihnen zu, viele werden über Sie lachen …“ Und ich zappe weg. Wie in jenen Momenten, wenn ein Einsamer ob seines Kummers in Tränen zerfließt und die Kamera gnadenlos gefühlte Stunden draufbleibt. Das verursacht mir – leger ausgedrückt – Ganzkörperschmerzen. Irgendwie, denke ich, werden die Menschen da ihrer Würde beraubt. Muss man die Kandidaten vor sich selbst schützen? „Sie wissen, worauf sie sich einlassen“, sagt Elizabeth T. Spira im Interview (S. 101 im NEWS Nr. 10/30). Und viele finden ihr Glück durch die Sendung, einen Partner, den sie sich mehr wünschen als alles andere. Der Zweck heiligt also – vermutlich – die Mittel. Und trotz aller Vorbehalte gratuliere ich: Mit einer – im Vergleich zu vielen anderen ORF-Sendungen – sicher sehr günstig produzierten Reihe solche Quoten einzufahren, das ist großartig.