In Film Nist/This Is Not A Film von

Nicht-Film jetzt im Kino

Ein Film, der eigentlich keiner ist, über inhaftierten, iranischen Filmemacher startet

In Film Nist - This Is Not a Film © Bild: Stadtkino Verleih

Ein wichtiger und überaus gelungener (Nicht-)Film hat nun endlich den Weg in unsere Kinos geschafft. Die Doku, die eigentlich gar keine ist, über den inhaftierten iranischen Filmemacher Jafar Panahi, zeigt einen Tag im Leben des Filmemachers, während dieser über Monate unter Hausarrest stehend, auf seine Verurteilung warten musste. "In Film Nist" ("This Is Not A Film") ist ein wichtiges Zeitdokument über den heutigen Iran.

„In Film Nist“ ("This Is Not A Film") von Mojtaba Mirtahmasb ist ein Film, der eigentlich gar keiner ist. Die Doku wurde auch in Wirklichkeit nicht von dem angeführten Regisseur in Szene gesetzt, sondern von Jafar Panahi, dem zu dem Zeitpunkt der Aufnahmen unter Hausarrest stehenden iranischen Regisseur (inzwischen wurde er inhaftiert). Ervereint Tragik und Komik wie kaum ein anderer Dokumentarfilm. Gezeigt wird ein Tag in Panahis Hausarrest-Leben und obwohl eigentlich nicht viel passiert, zeigt er mehr, als dem iranischen Staat mit Sicherheit lieb ist.

Unbeabsichtigter Humor

Man sieht Panahi oftmals beim Telefonieren (wo er meist seine Situation analysiert), beim Vorspielen seines Filmes, den er nie machen durfte und aufgrund dessen Skripts er festsitzt sowie beim Filmen mit dem iPhone (alles andere darf er ja nicht). Trotz des Humors – der wohl oftmals gar nicht so beabsichtigt ist – und witzigen Plänkeleien zwischen dem Protagonisten und seinem Kameramann (wer eigentlich der Regisseur ist, darauf wollen sich die beiden nicht einigen) lässt sich die Sorge, die große Angst vor der Zukunft, nicht verbergen. Und sollte auch gar nicht versteckt werden.

So schafft es dieser „Nicht-Film“ auf sehr kurzweilige Art ein ganz und gar nicht lustiges oder auch nur ansatzweise oberflächliches Thema darzustellen. Zieht man zudem noch in Betracht, dass der Film angeblich mittels in einer Torte geschmuggeltem USB-Stick den Weg zum Filmfestival nach Cannes schaffte, kann man wahrlich von einem Meisterwerk sprechen.

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