In Altstadt: Villachs SPÖ-Bürgermeister will offene Geschäfte am Sonntag durchsetzen

Manzenreiter: "Wer will, soll aufsperren können" <b>UMFRAGE:</b> Was halten Sie von Shopping-Sonntagen?

Für liberale Öffnungszeiten im Handel plädiert der Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter (S). Konkret will er durchsetzen, dass die Geschäfte in seiner Stadt auch sonntags geöffnet haben, um die Innenstadt attraktiver zu machen und weiter zu beleben. "Wer will, soll aufsperren können", ließ der mit absoluter SPÖ-Mehrheit in Villach regierende Manzenreiter die Medien wissen.

In Altstadt: Villachs SPÖ-Bürgermeister will offene Geschäfte am Sonntag durchsetzen

In der zweitgrößten Kärntner Stadt läuft derzeit eine "Altstadt-Offensive" als Antwort auf die zunehmende Anzahl der Einkaufszentren an der städtischen Peripherie. Dafür wenden Stadt und Kaufmannschaft insgesamt 200 Mio. Euro auf. Seinen Vorstoß für das Offenhalten der Geschäfte am Sonntag begründet Manzenreiter mit den vielen Gästen aus dem benachbarten Italien und Slowenien, welche bei ihrem Besuch in Kärnten einkaufen wollten.

Manzenreiter will jetzt beim Land beantragen, dass Villach als Tourismusgemeinde anerkannt wird: "Dann steht einer Sonntagsöffnung nichts mehr im Weg. Wer will, kann dann aufsperren." Die Handelsangestellten sollten aber einen hundertprozentigen Zuschlag erhalten, die Zone der offenen Geschäfte soll auf die Altstadt beschränkt bleiben.

Mit ein Grund für diese Initiative ist die bevorstehende Eröffnung der zweiten Baustufe des Einkaufszentrums Atrio am südwestlichen Stadteingang. Mit 27.000 Quadratmetern, 90 Geschäften und 750 Mitarbeitern wird es das größte Shopping-Center Kärntens sein. Das Atrio sei eine Herausforderung für die gesamte Handelsstadt Villach und der werde man sich mit der Altstadt-Offensive auch stellen, so Manzenreiter.

ÖGB steigt auf die Barrikaden
Ein klare Ablehnung seitens des ÖGB holte sich Manzenreiter. Dies sei "ein erschütterndes Signal, besonders an weibliche Handelsangestellte, am Weltfrauentag", konstatierte Landesvorsitzender Adam Unterrieder. Der ÖGB-Chef lädt jetzt die Sozialpartner und Kirchenvertreter zu einem Gespräch über den Manzenreiter-Vorstoß ein.

Man wisse sich "in guter Allianz mit den Vertretern der Klein- und Mittelbetriebe sowie der Kirchen", ließ Unterrieder via Aussendung wissen. Die Gewerkschaften würden derartigen Bestrebungen zu Lasten der Handelsmitarbeiter jedenfalls nicht tatenlos zusehen. "Der arbeitsfreie Sonntag muss aus sozialen, familiären, kulturellen und religiösen Gründen erhalten bleiben", betonte der Kärntner Gewerkschaftschef.
(apa/red)