Immobilienperlen zum Diskontpreis: BAWAG
verscherbelt 16 Objekte an Signa Holding

Gebäude für Gegenwert von 200 Mio. Euro verkauft? Generaldirektor Nowotny: 'Weitere Tranche in Arbeit'

Die BAWAG PSK hat ihre Immobilienperlen im Gegenwert von mehr als 400 Mio. Euro unter Zeitdruck und folglich zum Diskontpreis verkauft. Die Signa Holding des Tiroler Immobilieninvestors Rene Benko hat sich gegen den Mitbieter Immofinanz durchgesetzt und dem Vernehmen nach lediglich etwas über 200 Mio. Euro für das Paket bezahlt. Da die erworbenen Objekte eine Nutzfläche von etwa 140.000 Quadratmetern umfassen, hat die BAWAG für ihre Bestlagen einen durchschnittlichen Verkaufspreis von nur rund 1.500 Euro je Quadratmeter erzielt.

Der kolportierte Verkaufspreis von etwas mehr als 200 Mio. Euro für das erste Immobilienpaket der BAWAG PSK sei "völlig falsch und viel zu tief angesetzt", erklärte die ehemalige Gewerkschaftsbank in einer Aussendung. Zwischen den beiden Partnern, der BAWAG und dem Tiroler Geschäftsmann Rene Benko, sei vereinbart, keine konkreten Preisangaben zu machen. Jedenfalls handle es sich um einen Preis, "den beide Seiten als fair ansehen und der den Marktgegebenheiten entspricht", so die BAWAG.

Flächenmäßig entsprechen die verkauften 16 Objekte in etwa dem halben Immobilienimperium der ehemaligen Gewerkschaftsbank. Der wertmäßige Anteil dieses Pakets liegt naturgemäß bei weit über 50 Prozent, da es sich bei den veräußerten Flächen um die Top-Immobilien der BAWAG gehandelt hat.

Zweites Immobilien-Paket für Anfang 2008
"Eine weitere Verkaufstranche ist in Ausarbeitung", wie BAWAG-Generaldirektor Ewald Nowotny zur APA sagte. Dieses zweite Paket werde aber erst Anfang 2008 veräußert. Einige wenige Immobilien wie etwa das vom Architekten Otto Wagner errichtete Postsparkassengebäude in der Wiener Innenstadt (Georg-Coch-Platz 2) bleiben im Eigentum der Bank, die seit Ende 2006 dem US-Fonds Cerberus gehört.

Auf den Preis der ersten Verkaufstranche gedrückt haben neben dem Verkaufstempo kleine, aber gravierende Schönheitsfehler der Objekte in Toplagen: Konkret muss der neue Eigentümer auf die marktgemäße Bewirtschaftung von drei Penthäusern in der Wiener Innenstadt verzichten.

Denn die drei mittlerweile "berühmtesten" Penthäuser der BAWAG, die derzeit den Flöttls und den Elsners gehören beziehungsweise an Ex-ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch vermietet sind, werden für den Immo-Deal nicht geräumt. "Die Immobilien werden so verkauft wie sie jetzt liegen und stehen", wie BAWAG-Sprecher Thomas Heimhofer schon zu Beginn der Verkaufsverhandlungen im September erklärt hatte - also ohne Penthouse beziehungsweise mit vermietetem Dachgeschoß. (apa/red)