Immer wieder Unfälle auf der Donau: Chronologie der Schiffsunglücke in Wien

Schwerster Unfall 1996 mit acht toten Matrosen

Immer wieder verzeichnet die Chronik Schiffsunglücke auf der Donau in Wien. Im Folgenden ein Auszug der schwersten Unfälle der vergangenen Jahre. Das schwerste Unglück ereignete sich am 22. Oktober 1996, als das slowakische Schubschiff "Dumbier" bei Hochwasser in der Freudenau sank und acht slowakische Matrosen in den nassen Tod riss.

- 22. Oktober 1996 - Beim Kraftwerk Freudenau in Wien sinkt das slowakische Schubschiff "Dumbier", als es bei Hochwasser eine Schleuse passieren wollte - acht der neun Besatzungsmitglieder sterben. Die Bergung des Wracks dauert Monate.

- 21. August 2002 - Das mit 1,7 Mio. Litern hochexplosiven Benzinkomponenten vollbeladene Tankschiff "Eiltank 3" einer Duisburger Reederei verunglückt in der Straubinger Donauschleuse. Bis zu 50.000 Liter der Chemikalien fließen in das Schleusenbecken und werden abgepumpt. Die Einsatzkräfte arbeiten unter Lebensgefahr. Der Schiffsverkehr aus dem Großraum Bayern Richtung Österreich kommt vollständig zum Erliegen.

- 10. April 2005 - Nach einer Schiffskollision auf Höhe Marina Wien bildet sich auf der Donau stromabwärts ein Dieselöl-Film bis unterhalb des Kraftwerkes Freudenau. Einer der beiden Kähne unter deutscher Flagge, die "Romulus", war mit Dieseltreibstoff beladen.

16. Juni 2005 - Ein Wiener Polizeiboot prallt bei Fischamend gegen einen slowakischen Schlepper. Einer der Polizisten klammert sich an einem Seil fest und wird gerettet, ein zweiter wird vermisst. Seine Leiche wird am nächsten Tag rund zwei Kilometer unterhalb der Unfallstelle angeschwemmt. 144 Feuerwehrmänner, 55 Exekutivbeamte und Rotes Kreuz waren mit Booten und Hubschraubern an der Suche beteiligt.

12. August 2005 - Nahe der Wiener Reichsbrücke kollidieren fünf Schiffe. Auslöser des Unfalls, bei dem ein Tankwart leicht verletzt wurde vermutlich ein Elektronikausfall bei dem slowakischen Passagierschiff "Viking Star". Das Boot prallte gegen ein ungarisches Tankschiff und löste eine Kettenreaktion von Zusammenstößen aus, in die auch zwei verankerten Eiltankschiffe und die "Donau Plus" verwickelt waren.

16. August 2005 - Nur vier Tage später streift ein Schleppverband den Mittelpfeiler der Ostbahnbrücke in Stadlau. Der Unfall ging glimpflich aus: Eisenbahnbrücke und die vier Kähne wurden kaum beschädigt. Ein Fahrfehler dürfte Ursache des Unfalls gewesen sein.

- 14. Mai 2007 - Glimpflich endet ein Unfall mit dem Twin City Liner am Donaukanal in Wien-Erdberg geendet: Der Katamaran fährt aus ungeklärter Ursache auf das Ufer auf, wo er fast zehn Meter auf die Böschung rutscht. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand. Alle 53 Passagiere, die am Weg nach Bratislava waren, wurden ohne Blessuren an Land gebracht. Der Katamaran wird nun im Hafen Freudenau inspiziert. Für den Twin City Liner bedeutet der Zwischenfall eine Zwangspause.

- 13. August 2007 - Die "MS Mozart" touchiert mit beiden Rauchfängen die Schnellbahnbrücke über die Donau. Verletzt wurde niemand, an der Brücke entstand nur geringer Schaden. Dennoch musste der Schnellbahn-Betrieb für einige Stunden eingestellt werden, da sich ein Gleisstrang verzogen hatte.

(apa)