Immer mehr Tote durch "Ike" in USA: Helfer
bergen nach Tagen immer noch Leichen

Menschen in Houston von Stromausfällen geplagt US-Präsident George W. Bush im Katastrophengebiet

Immer mehr Tote durch "Ike" in USA: Helfer
bergen nach Tagen immer noch Leichen © Bild: AP/The Dallas Morning News

Die schweren Überschwemmungen und sintflutartigen Regenfälle durch den Wirbelsturm "Ike" haben im Süden der USA mindestens 50 Menschen in den Tod gerissen. Tage nachdem der Hurrikan "Ike" über die US-Golfküste hinweggefegt war, entdeckten die Helfer in Texas und in angrenzenden Bundesstaaten weitere Leichen.

Die Gesamtzahl der Toten durch den Hurrikan "Ike" in den USA ist auf über 50 gestiegen. 17 der Opfer sind nach Behördenangaben in Texas zu beklagen, wo der Wirbelsturm am frühen Samstag vergangener Woche auf das US-Festland geprallt war. Ungewiss blieb weiter, wie viele Menschen durch die hohen Flutwellen in den Golf von Mexiko geschwemmt wurden. Rettungs- und Bergungsteams waren auch damit beschäftigt, das Schicksal von Vermissten aufzuklären.

Galveston: Tausende wollen nicht von Insel
Auf der besonders schwer betroffenen Insel Galveston vor Houston wurde die Suche nach Überlebenden eingestellt. Nach Angaben des "Houston Chronicle" waren dort seit dem vergangenen Freitag rund 3500 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Tausende andere weigern sich trotz zunehmender sanitärer Probleme, die Insel zu verlassen.

Auf den Zufahrtsstraßen bildeten sich kilometerlange Autoschlangen: Vor dem Hurrikan geflohene Einwohner wollten zurückkehren, um sich zumindest kurz ein Bild von den Schäden an ihren Wohnungen zu verschaffen. Sie wurden aber an Kontrollstellen gestoppt und mussten wieder umkehren.

Gros der Haushalte erst in Kürze wieder mit Strom
Galveston ist weiterhin von der Stromversorgung abgeschnitten, und sauberes Trinkwasser ist rar. Dagegen konnte in der Metropole Houston eine Anordnung, Wasser vor dem Konsum zu kochen, wieder aufgehoben werden. 1,3 Millionen Menschen in der Stadt mussten aber mit Taschenlampen und Kerzenlicht auskommen.

Erst in Kürze wird erwartet, dass in 80 Prozent der Haushalte wieder Strom für Herde und Lampen zur Verfügung steht. Auch in zehn anderen Bundesstaaten im mittleren Westen, in denen "Ike" auf seinem Zug von Texas in Richtung Norden teils schwere Überschwemmungen anrichtete, waren Hunderttausende Menschen weiter ohne Stromversorgung.

Verteilungsstellen ohne Vorräte
US-Heimatschutzminister Michael Chertoff besuchte erneut das texanische Katastrophengebiet, um sich über die Hilfsmaßnahmen zu informieren. Er werde sich nicht scheuen, Leuten "in den Hintern zu treten", wenn es mit der Wasser- und Lebensmittelversorgung nicht klappe, sagte der Minister in Houston. Zuvor waren an einigen von Dutzenden von Verteilungsstellen, die von der Bundes-Notfallbehörde FEMA eingerichtet worden sind, die Vorräte ausgegangen. Menschen mussten nach manchmal stundenlangem Schlangestehen mit leeren Händen umkehren. (apa/red)