Immer mehr Mobbingfälle am Arbeitsplatz:
Jetzt starten intensive Beratungen für Opfer

ÖGB Burgenland bietet Rat und begleitende Hilfe Bereits 40 Betroffene nehmen Unterstützung an

Immer mehr Mobbingfälle am Arbeitsplatz:
Jetzt starten intensive Beratungen für Opfer

Eine steigende Nachfrage nach Beratung in Fällen von Mobbing am Arbeitsplatz verzeichnet der ÖGB Burgenland. Bis Anfang Oktober dieses Jahres haben bereits 40 Betroffene Unterstützung gesucht. Im Vorjahr waren es insgesamt 43 Arbeitnehmer, so Sonja Windpassinger vom ÖGB Burgenland. Die Expertin glaubt, dass vor allem die Sensibilisierung der Arbeitnehmer gegenüber der Thematik "Mobbing" zu den steigenden Zahlen beitrage. Mobbing habe es schon immer gegeben, die Menschen würden aber inzwischen bewusster mit dieser Problematik umgehen, so Windpassinger.

Den Betroffenen rät sie, über diverse Vorfälle ein Tagebuch zu führen, da dies helfe, sich an Vorkommnisse besser zu erinnern und diese auch konkreter ansprechen zu können. Neben der persönlichen Beratung gebe es für ÖGB-Mitglieder einen Zuschuss von 200 Euro bei Inanspruchnahme einer Supervision oder Psychotherapie. Nach Erfahrung von Windpassinger sind in den meisten Fällen ein bis fünf Sitzungen ausreichend, um zu einer Lösung zu gelangen.

Männer lassen sich länger mobben
Wichtig sei auch eine Früherkennung dieser Problematik. Noch immer sei die gesellschaftliche Prägung so stark, dass Männer erst relativ spät bei Mobbingfällen Hilfe in Anspruch nehmen. Außerdem würden eher Personen aus dem Sozial- und Dienstleistungsbereich zu Beratungen kommen, da diese durch diverse berufsspezifische Schulungen eher sensibilisiert seien als in anderen Branchen.

Es muss nicht vor Gericht enden
In den vergangenen Jahren sei es zu keiner einzigen Klage bei Gericht gekommen. Einerseits würden rechtliche Schritte von den Betroffenen nicht gewünscht, andererseits konnten Konflikte durch andere Vorgehensweisen entschärft werden, so Windpassinger. Für Betriebsräte und Personalvertreter bietet der ÖGB auch Seminare zum Thema Mobbing an. (APA/red)