Immer mehr Asthma-Kinder in Östereich:
Weltweit nimmt Zahl der Erkrankungen zu

Auch Heuschnupfen & Neurodermitis am Vormarsch Rund 20 Prozent der Kids sind hierzulande betroffen

Immer mehr Asthma-Kinder in Östereich:
Weltweit nimmt Zahl der Erkrankungen zu

Eine international ausgesprochen bedenkliche Entwicklung: Immer mehr Kinder leiden an Asthma, Heuschnupfen und/oder Neurodermitis. In den vergangenen Jahren zeigte der Trend nach oben - auch in Österreich. Das hat die aktuellste Phase der weltweit unter Beteiligung von rund 500.000 Kindern und Jugendlichen durchgeführte ISAAC-Studie ergeben, die in der britischen Medizin-Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wird.

"Insgesamt zeigt sich eine Zunahme der Häufigkeit bei allen drei untersuchten Erkrankungen in Österreich. Wir können aber nicht wirklich zuordnen, woran das liegt. Eine der möglichen Ursachen kann auch die gesteigerte Awareness (Aufmerksamkeit, Übers.) der Ärzte für Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis sein. Wenn weltweit nach diesen Erkrankungen gesucht wird, tendieren die Ärzte auch dazu, sie mehr zu diagnostizieren", erklärte der Österreich-Beauftragte der ISAAC-Studie, Univ.-Prof. Dr. Gerald Haidinger von der Abteilung für Epidemiologie am Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien.

Erkrankungen nehmen zu
Unter den jüngeren Kindern leiden 7,4 Prozent an Asthma (sieben Jahre zuvor 7,8 Prozent), 6,1 Prozent an Heuschnupfen (5,1 Prozent) und 6,1 Prozent (5,7 Prozent) an Neurodermitis. In der Gruppe der älteren Kinder (13/14 Jahre) berichteten nunmehr 15,1 Prozent über Asthma-Symptome (acht Jahre zuvor: 11,8 Prozent), 9,7 Prozent über Heuschnupfen (9,2 Prozent) und 7,5 Prozent über atopischer Dermatitis (Neurodermitis - ehemals 5,3 Prozent).

20 Prozent sind betroffen
Insgesamt sind in Österreich laut der Erhebung rund 20 Prozent der Kinder von diesen Erkrankungen betroffen. Haidinger: "Das größte Risiko, eine solche Krankheit zu entwickeln besteht darin, dass ein direkter Verwandter, also vor allem Vater oder Mutter, ebenfalls daran leiden." Das spricht eindeutig für den genetischen Hintergrund der Leiden des allergischen Formenkreises.

Österreich liegt im unteren Mittelfeld
Österreich liegt mit diesen Daten eher im unteren Mittelfeld im Ländervergleich. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass Asthma, atopische Dermatitis und Heuschnupfen besonders häufig bei Kindern und Jugendlichen aus dem angelsächsischen Kulturkreis (Großbritannien, Neuseeland, USA) auftreten. So wurde im Rahmen der neuen ISAAC-Studie eine Häufigkeit von Asthma von 20,9 Prozent bei den britischen Kindern erhoben (ehemals 18,4 Prozent). Heuschnupfen haben 10,1 Prozent (9,8 Prozent) und Neurodermitis 16 Prozent (13 Prozent). (APA/red)