Immenser Schaden durch Steuerbetrug in
EU: An die 250 Milliarden € gehen verloren

Erheblicher Teil entfällt dabei auf Mehrwertssteuer

EU-Steuerkommissar Kovács will mit den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union bald über den Kampf gegen den grassierenden Mehrwertsteuerbetrug beraten. "Wegen der verschiedenen Arten von Steuerbetrug haben wir einen Schaden von 200 bis 250 Milliarden Euro im Jahr", so Kovács. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf die Mehrwertsteuer.

Weitere größere Unterschlagungen gibt es unter anderem beim Alkohol- und Zigarettenschmuggel. Der ungarische Kommissar kündigte an, er werde den EU- Finanzministern bei deren informellen Treffen in Berlin am 20. und 21. April ein Debattenpapier mit drei verschiedenen Varianten vorlegen.

Eine Möglichkeit sei ein besserer Informationsaustausch unter den Staaten. Zum anderen könnte - anders als bisher - auch im grenzüberschreitenden Warenverkehr innerhalb der EU die Mehrwertsteuer erhoben werden. Bei einer dritten Variante liege die Steuerschuld in der Unternehmenskette künftig beim Endabnehmer. Bisher gilt, dass ein Lieferant die Mehrwertsteuer abführt.

Bei einer gängigen Spielart des Mehrwertsteuerbetrugs führt ein Händler Ware mehrwertsteuerfrei aus dem Ausland ein und verkauft diese dann mit Steuer weiter. Anstatt aber den Betrag an den Fiskus abzuführen, taucht der Betrüger mit der vom Kunden gezahlten Steuer unter.

Kovács sieht auch gute Chancen für seinen - noch nicht präsentierten - Vorschlag, die Mindestsätze der Steuer auf gewerblich genutzten Dieselkraftstoff anzuheben. Damit soll unter anderem der Tanktourismus von Lastkraftwagen, beispielsweise ins preiswerte Luxemburg, eingeschränkt werden.

(apa/red)