Islam von

FPÖ-Protestkundgebung gegen
Imam-Schule sorgt für Unruhe

Muslime befürchten Ausschreitungen wie in Köln - Linke Gegendemo in Simmering

Imam © Bild: APA/DPA/Pool

Eine für Donnerstag angekündigte Kundgebung der FPÖ gegen eine türkischsprachige Imam-Schule in Wien-Simmering sorgt bereits im Vorfeld für Unruhe. Islamische Vereinigungen fürchten einen Aufmarsch rechtsextremer Gruppierungen. Eine Gegenkundgebung von linker Seite wurde ebenfalls angemeldet. Die Polizei kalmiert, man sei aber sehr wohl vorbereitet, hieß es am Montag.

Mit "Gemeinsam gegen radikalen Islamismus! Wir verstehen eure Wut! Keine türkische Imam-Schule in Simmering!" wirbt die Bezirks-FPÖ in Simmering für ihre Kundgebung am 6. November in der Florian-Hedorfer-Straße, wo auch die Imam-Schule ihren Sitz haben soll. Als Hauptredner ist der Wiener Klubobmann Johann Gudenus angekündigt. Die von der Islamischen Föderation in Wien geplante türkischsprachige Islam-Schule ist bereits bei der Politik auf breite Ablehnung gestoßen. Integrationsminister Sebastian Kurz lehnte das Projekt ebenso ab wie Grüne und FPÖ.

Ausschreitungen wie in Köln befürchtet

Tarafa Baghajati von der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen befürchtet Ausschreitungen wie jüngst in Köln. "Neonazis und Rassisten dürfen nicht das demokratische Demonstrationsrecht missbrauchen, um Aggression und Hass gegen die muslimische Bevölkerungsgruppe zu schüren", warnt er. Er ruft die Muslime aber zu Gelassenheit auf, "wir dürfen uns nicht provozieren lassen". Sollte es dennoch zu einer Eskalation kommen, gibt er schon jetzt der FPÖ und Parteichef Heinz-Christian Strache persönlich die Schuld daran.

"Linkswende" ruft zu Gegendemo aus

Zu einer Gegendemonstration hat bereits die "Linkswende" aufgerufen: "Solidarität mit der muslimischen Bevölkerung: Gegen den rassistischen Aufmarsch von FPÖ und Neonazis." Zudem richtet sich die Kundgebung auch gegen das von der Regierung in Begutachtung geschickte neue Islamgesetz. Bei der "Offensive gegen Rechts", die etwa schon gegen den Akademikerball der FPÖ Wien mobilisiert hatte, überlegt man noch, ob man sich der Gegenkundgebung anschließen werde oder nicht.

Bis dato noch kein Platzverbot geplant

Ein Platzverbot ist von der Polizei vorerst nicht geplant, hieß es dort. Man werde aber mit ausreichender Mann-Stärke vor Ort sein, um die öffentliche Sicherheit aufrecht zu erhalten. Und auch der Verfassungsschutz werde natürlich vor Ort sein und sich Überblick verschaffen. Mit Ausschreitungen wie Ende Oktober bei einer Hooligan-Kundgebung gegen Salafisten in Köln rechnet man bei der Exekutive jedenfalls nicht.

Ob die in Wien-Simmering geplante Schule überhaupt zustande kommt, ist indes noch unklar. Einen Antrag auf staatliche Anerkennung will die Föderation vorerst nicht stellen.