Im Wahlkampf setzt Strache auf Bewährtes:
FPÖ ist mit einfachen Antworten erfolgreich

Erprobtes Wahlkampfteam wird auch heuer eingesetzt FPÖ will bei Wahlen zur drittstärksten Kraft werden

Egal ob im Bierzelt oder im Schweizerhaus - Heinz-Christian Strache begeistert seine Kernwählerschicht mit einfach Gestricktem: Die Welt ist zwar kompliziert, die Antworten sind aber einfach. H.-C. Strache hat immer seine Patentrezepte für sein Wahlvolk mit im Gepäck und weiß zu überzeugen.

Dabei kann sich der blaue Spitzenkandidaten auf ein wahlkampferprobtes Team verlassen: Harald Vilimsky sorgt seit 2006 als Generalsekretär für die parteiinterne Organisation. Und Herbert Kickl hat mit "Daham statt Islam" und "Bummerin statt Muezzin" bereits bei der letzten Wahl 2006 für die markig-populistischen Sprüche gesorgt. Kickl hatte schon 2000 für Jörg Haiders Aschermittwoch-Rede den "Westentaschen-Napoleon" als Bezeichnung für Jacques Chirac erfunden. Neben den Großparteien als Schuldigen für verabsäumte Politik ist die Fremdenfeindlichkeit eine Konstante in den freiheitlichen Wahlkampfprogrammen. Damit konnte die FPÖ im Jahr 2006 11 Prozent der Wähler gewinnen. Es reichte, wenn auch knapp, nur für Platz vier hinter den Grünen.

FPÖ will drittstärkste Kraft werden
Bei der Wahl am 28. 9. wollen die Blauen nun "deutlich drittstärkste Kraft" werden. Eine aktuelle OGM-Umfrage sagt der FPÖ 20 Prozent voraus. Von den 27 Prozent der Wählerstimmen, die Jörg Haider 1999 für die FPÖ holte, ist er trotz prognostizierter Steigerung noch weit entfernt, von dessen früherer rhetorischer Leistung in Wahlkampfzeiten ebenso. Trotzdem träumt H.-C. Strache bereits vom FPÖ-Vizekanzler, auch wenn er für die Position nur zur Verfügung steht, sofern ein potenzieller Partner seiner aktuellen Ansage - "soziale Entlastung für Österreicher zuerst" - folgt und das Führungspersonal bei SPÖ bzw. ÖVP ausgetauscht wird. Denn im Moment erhält er von beiden Großparteien eine Absage: Sowohl SPÖ-Kandidat Werner Faymann als auch Noch- Vizekanzler Wilhelm Molterer schließen jetzt im Wahlkampf eine Koalition mit der FPÖ unter der Führung Straches aus.

Kein Grund für H.-C., seinen Stil zu ändern. Selbst mit der Distanz zum rechtsextremen Rand tut er sich nach wie vor schwer: Strache spricht mit "jedem, solange er sich auch an die demokratischen Spielregeln hält", ungeachtet dessen, ob jemand mit dem NS-Verbotsgesetz in Konflikt gekommen ist. Und er weiß nach wie vor nicht, "was an dem Begriff Ostküste falsch sein soll? - Wir erleben an der Ostküste Amerikas eine finanztechnische Gewalt." Wissenschaftler verstehen darunter einen antisemitischen Code.

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