Im Streit um das iranische Atomprogramm:
Powell erwartet nur begrenzte Sanktionen

Laut Ex-Außenminister kein US-Angriff geplant PLUS: Diplomatisches Gezerre um Lösung geht weiter

Im Streit um das iranische Atomprogramm wird der UN-Sicherheitsrat nach Einschätzung des ehemaligen US- Außenministers Colin Powell allenfalls begrenzte Sanktionen gegen Teheran verabschieden. "Mir sind keine Pläne für scharfe Sanktionen bekannt", sagte Powell am Sonntagabend dem britischen Fernsehsender ITV.

Seiner Meinung nach wird das UNO-Gremium wenn überhaupt nur sehr eingeschränkte Strafmaßnahmen gegen den Iran beschließen. Nach Powells Auffassung ist der Iran inzwischen entschlossen, an seinem Atomprogramm festzuhalten, auch um den Preis von Sanktionen.

Powells Nachfolgerin Condoleezza Rice hatte kurz zuvor angekündigt, die USA strebten weiterhin nach einer Resolution des UNO -Sicherheitsrats, die scharfe Sanktionen oder gar militärische Gewalt gegen den Iran vorsieht, sollte Teheran weiterhin an seinem Atomprogramm festhalten.

Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) hatte dem Iran am Freitag mangelnden Kooperationswillen zur Lösung des Streits vorgeworfen. Ein unverbindliches Ultimatum des UNO-Sicherheitsrats zur Einstellung der iranischen Urananreicherung verstrich ungehört. Am Sonntag erklärte sich Teheran dann zur "größten" Zusammenarbeit bereit unter der Bedingung, dass der Atomstreit vom Sicherheitsrat an die IAEO zurückverwiesen werde. Rice wies das Angebot als nicht ernst zu nehmend zurück. Sie warf der Führung in Teheran vor, "Spielchen" zu betreiben.

(apa/red)