Im Land rot, im Bund schwarz: Salzburger unterscheiden stark zwischen den Wahlen

Landeshauptfrau Burgstaller will Posten verteidigen BZÖ käme mit NR-Ergebnis locker in den Landtag

Im Land rot, im Bund schwarz: Salzburger unterscheiden stark zwischen den Wahlen © Bild: APA/Schlager

An den Salzburger Resultaten zeigt sich sehr deutlich, dass die Wähler klar zwischen Nationalrats- und Landtagswahlen unterscheiden. Auch nach dem Machtwechsel im Land im Jahr 2004 wählten die Salzburger bei den Nationalratswahlen 2006 und 2008 klar mehrheitlich Schwarz. Das BZÖ käme mit dem Ergebnis der NR-Wahl 2008 (12,23 Prozent) locker in den Landtag - die Umfragen mit zwischen drei bis vier Prozent lassen dies für den 1. März aber nicht erwarten.

Bei den Bundeswahlen waren die Salzburger flexibler als bei den Landtagswahlen, wo von 1945 bis zur Wahl 2004 die ÖVP beständig stimmenstärkste Partei war. Bei den Nationalratswahlen lag in den 90er-Jahren und auch in der Ära Kreisky in Salzburg die SPÖ vorne. 2002 - bei ihrem fulminanten gesamtösterreichischen Wahlsieg - setzte sich wieder die ÖVP an die Spitze, mit riesigem Abstand zur SPÖ.

Die damals fast 16 Prozentpunkte schmolzen zwar auf mittlerweile nur mehr fast fünf, aber die ÖVP war in Salzburg - anders als bundesweit - auch bei der NR-Wahl 2008 stimmenstärkste Partei. Die SPÖ, die im Land seit 2004 die Landeshauptfrau Gabi Burgstaller stellt, lag in Salzburg sogar weit unter dem Österreich-Durchschnitt - während der Stimmenanteil aller anderen Parteien in Salzburg zumindest etwas höher war als bundesweit.

Dem BZÖ hat Spitzenkandidat Jörg Haider bei der NR-Wahl in Salzburg offensichtlich einen gewaltigen Schub verschafft: Denn die Orangen wuchsen von 3,13 (2006) auf 12,23 Prozent (2008). Mit einem solchen Stimmenanteil wäre der Einzug in den Landtag - bei der bestehenden Fünf-Prozent-Hürde - mehr als gesichert. Die Umfragen lassen aber darauf schließen, dass die Orangen bei der Landtagswahl deutlich weniger Zustimmung finden werden.

(apa/red)