Im Hernals-Mord zieht sich Schlinge zu:
Handy und Handtasche der Toten gefunden

Polizei kann Ehemann als Täter jetzt ausschließen Einzelne Spuren führen in das Wiener Drogenmilieu

Im Hernals-Mord zieht sich Schlinge zu:
Handy und Handtasche der Toten gefunden © Bild: APA/Polizei

Die Wiener Polizei hat entscheidende Fortschritte rund um den Mord an der 41-jährigen Julia R. vom 5. März gemacht. Nun ist die geraubte Handtasche des Opfers und das Mobiltelefon sichergestellt worden. Wie und wo man die Gegenstände gefunden hat, wollte die Polizei aus "kriminaltaktischen Gründen" nicht preisgeben. Derzeit prüfe man ähnlich gelagerte Straftaten im 17. Bezirk. Allerdings gäbe es bisher keine Parallelen zum aktuellen Mordfall, hieß es. Inzwischen konnte der Ehemann der Ermordeten aus dem Kreis der Tatverdächtigen ausgeschlossen werden.

Der Mann zeige sich gegenüber der Polizei sehr kooperativ und unterstütze die Ermittler bei ihrer Arbeit, so die Bundespolizeidirektion in einer Aussendung. Medienberichte, wonach es bereits eine Festnahme gegeben haben soll, wollte die Polizei nicht bestätigen. Laut "Kurier" sei eine Frau aus der Suchtgiftszene ausgeforscht worden, weil sie das Handy von Julia R. bei sich trug, das vom Netzbetreiber geortet werden konnte.

Noch keine Klärung
Von einer Klärung des Falls sei laut Polizei noch keine Rede. Außerdem sei die Spurenauswertung noch nicht abgeschlossen. Die Einvernahme des ausgeforschten Taxifahrers, der sich in unmittelbarer Nähe des Tatorts aufhielt, habe keine weiteren Erkenntnisse gebracht. Hinweise aus der Bevölkerung nimmt das Landeskriminalamt Wien, Gruppe Schaffer, unter der Telefonnummer 01/31310 DW 33111 oder 33113 entgegen.

Julia R. wurde am Mittwoch vergangener Woche gegen 22.50 Uhr auf der Dornbacher Straße von hinten attackiert und mit einem Fleischermesser niedergestochen. Eine Passantin hatte die Frau auf dem Gehsteig liegend vorgefunden, nachdem sie Schreie gehört hatte. Im Rücken der Schwerverletzten steckte ein Messer. Julia R. erlag wenig später im Rettungsauto ihren Verletzungen.
(apa/red)