"Im Derby reicht kein Punkt": Hofmann
heizt Stimmung vor 289. Wiener Derby an

Rapid-Trainer Pacult vor Spiel hingegen wortkarg Grün-Weiß will Austria mit Sieg auf Distanz halten

"Im Derby reicht kein Punkt": Hofmann
heizt Stimmung vor 289. Wiener Derby an © Bild: APA/Diener

Die Aussicht auf das 289. Duell der beiden Wiener Großclubs heute (16 Uhr LIVE auf NEWS.at) im Hanappi-Stadion hat bei Rapid unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Kapitän Steffen Hofmann ließ entgegen seinen Gewohnheiten markige Sprüche in bester Derby-Ballyhoo-Manier vom Stapel, dafür gab sich Trainer Peter Pacult selbst für seine Verhältnisse wortkarg.

"Ich traue meiner Mannschaft auch zu, dass sie das Spiel gewinnt", meinte der 49-Jährige, als er auf die Kampfansage seines Austria-Widerparts Karl Daxbacher angesprochen wurde. "In der Mannschaft ist genug Euphorie", antwortete der Coach auf die Frage, wie es um die Stimmung bei seinen Spielern nach der verpassten Titelchance bestellt sei, und beschwerte sich wieder einmal über seiner Meinung nach nicht angebrachte Medienberichte über seinen Club in den vergangenen Tagen.

Sogar der Gedanken an den Cup-Final-Aufstieg der Austria und die möglicherweise damit verbundenen körperlichen Verschleißerscheinungen lösten bei Pacult nur ein Achselzucken aus. "Ich schaue nur auf meine Mannschaft, nicht auf den Gegner. Ich muss schauen, dass meine Mannschaft funktioniert, dass der Funke auf die Fans überspringt. Ob der Gegner unter der Woche ein Spiel gehabt hat, ist zweitrangig", behauptete der Wiener.

"Derbys sind besondere Spiele"
Hofmann hingegen schürte vor dem Aufeinandertreffen mit dem Erzrivalen die Emotionen. "Die Derbys sind vier besondere Spiele in der Saison, darauf sollte jeder hinfiebern, und so ist es auch bei mir", erklärte der Deutsche, dessen Club in den vergangenen beiden Partien nur einen Punkt ergatterte.

Deswegen droht im schlechtesten Fall der Verlust des zweiten Platzes, mit einem Unentschieden jedoch bliebe der Vier-Zähler-Vorsprung auf den Tabellendritten Austria gewahrt. "Aber es ist Derby, da reicht kein Punkt", betonte der Mittelfeldspieler, für den Endrang zwei "nüchtern betrachtet ein tolles Ergebnis" wäre. "Es gibt einfach einen Verein, der in einer anderen Liga spielt."

In den vergangenen beiden Derbys stellte die Austria dem Regisseur mit Fernando Troyansky einen klassischen "Wachhund" zur Seite, und das mit Erfolg - Hofmann fand beide Male nicht ins Spiel und die Austria kam zu vier Punkten. "Vielleicht kommt Fernando ja zu seinem dritten Einsatz in dieser Saison, und wenn es so ist, ist es auch egal", schmunzelte der 28-Jährige, der mit seiner Rechnung allerdings nicht richtig lag - immerhin durfte Troyansky im aktuellen Spieljahr schon an sechs Partien mitwirken.

Unabhängig von Troyanskys Einsatz erwartet Hofmann eine defensiv eingestellte Austria. "Es ist immer eine Geduldfrage, die meisten Clubs stellen sich im Hanappi-Stadion hinten rein und warten auf Konter. Aber auch wenn wir unser letztes Heimspiel nicht gewonnen haben, werden wir mit viel Selbstvertrauen einlaufen und versuchen, zu gewinnen", versprach der Kapitän, dessen Mannschaftskollege Helge Payer erstmals nach seiner Erkrankung in einem Derby wieder im Tor steht.

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(apa/red)