Im Alter von 89 Jahren: US-Bestsellerautor und Oscar-Preisträger Sidney Sheldon tot

Viele Bücher mit bekannten Hollywoodstars verfilmt Produzierte 60er-Jahre Kult "Bezaubernde Jeannie"

Im Alter von 89 Jahren: US-Bestsellerautor und Oscar-Preisträger Sidney Sheldon tot

Der amerikanische Bestseller-Autor Sidney Sheldon ist tot. Der 89-Jährige starb in einer Klinik in Kalifornien an einer Lungenentzündung. Sheldon galt als einer der erfolgreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Seine Bücher haben mittlerweile eine Gesamtauflage von 300 Millionen erreicht. Daneben reüssierte der amerikanische "King of Crime" auch mit Drehbüchern, Musicals und TV-Produktionen.

Der am 11. Februar 1917 in Chicago geborene Sohn eines deutschen Juden und einer russischen Jüdin hieß eigentlich Sidney Schechtel. Erst mit über 50 Jahren veröffentlichte Sheldon eigene Bücher. Zuvor hatte er sich als Drehbuchautor in Hollywood verdient gemacht. Aus seiner Feder stammen unter anderem die Vorlagen für Filme wie "Alles in einer Nacht" und "Annie Get Your Gun". Während des Zweiten Weltkrieges diente er als Pilot und schrieb nebenbei erfolgreiche Musicals. Nach dem Krieg kehrte er in sein altes Metier nach Hollywood zurück und arbeitete für die Studios MGM und Paramount.

Für das Drehbuch zum Film "The Bachelor and The Bobby Soxer" ("So einfach ist die Liebe nicht") mit Shirley Temple und Cary Grant in den Hauptrollen gewann Sheldon 1947 einen Oscar. Das Musical "Redhead" (1959) brachte ihm einen Tony ein, den Preis für Glanzleistungen am New Yorker Broadway. Mehrmals wechselte der Autor in das Produzenten- und Regiefach. So dachte er sich in den 60er Jahren die turbulente Liebesgeschichte zwischen einem Astronauten und einem Flaschengeist aus. "Bezaubernde Jeannie", mit Larry Hagman und Barbara Eden in den Hauptrollen, wurde zu einer der beliebtesten TV-Sitcoms. Ab 1980 lockte er mit der Krimiserie "Hart aber herzlich" mit Robert Wagner und Jennifer Hart erneut ein Millionenpublikum vor den Bildschirm.

Weltberühmtheit erlangte Sheldon vor allem als Schriftsteller. Bereits sein Erstlingsroman "The Naked Face" ("Das nackte Gesicht") aus dem Jahr 1969 verkaufte sich mehr als drei Millionen Mal. Das Nachfolgewerk "The other Side of Midnight" ("Jenseits von Mitternacht") hielt sich 52 Wochen an der Spitze der "New York Times"-Verkaufsliste. Insgesamt 17 seiner Bücher, viele von ihnen Thriller, wurden Bestseller. Zeitweilig galt Sheldon als der meistübersetzte Schriftsteller überhaupt: Seine 18 Romane erschienen in 108 Ländern und 51 Sprachen. Viele davon wurden zudem mit bekannten Hollywoodstars verfilmt. In dem Liebesthriller "Jenseits von Mitternacht" (1977) spielte Susan Sarandon mit, für "Das nackte Gesicht" (1984) traten Roger Moore und Rod Steiger vor die Kamera.

Sheldons letzter Thriller "Der Zorn der Götter", in dem er das Reizthema Klimawandel in eine spannende Kriminalgeschichte packte, war vor zwei Jahren erschienen. Im November 2005 brachte der Autor, der dreimal verheiratet war - darunter über 30 Jahre lang mit der Schauspielerin Jorja Curtright - und Frauen auch in seinen Büchern eine zentrale Rolle einräumte, seine Memoiren "The Other Side of Me" auf den Markt.

Sheldons Erfolgsrezept klang einfach: Er schreibe spannende Geschichten über interessante Menschen in gefährlichen Situationen und versuche, den Leser bis zum Schluss bei der Stange zu halten. Einen weiteren Grund für seine Popularität sah der Autor in seinem Sinn für Realitätsnähe: "Ich schreibe über keinen Platz dieser Welt, den ich nicht vorher selber besucht habe", sagte er von sich. In einer neuen Stadt engagiere er deswegen üblicherweise einen Fahrer, der ihn durch die Gegend fahre. "Eines Nachts auf einer einsamen Gebirgsstraße in der Schweiz fragte ich meinen Fahrer, wo ein guter Platz sein könnte, eine Leiche abzuladen. Ich werde niemals seinen Gesichtsausdruck vergessen!"
(apa/red)