Kriminalität von

Rekordfund: Illegale
Zigarettenproduktion

Polizei stellt 32 Tonnen Tabak sicher

Kriminalität - Rekordfund: Illegale
Zigarettenproduktion © Bild: APA/Fohringer

Die Ermittlungen wurden durch einen Hinweis ins Rollen gebracht. Details wollte der Zoll aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben. Die vier Polen dürften aber für eine international agierende Zigarettenmafia gearbeitet haben. Mit den sichergestellten 32 Tonnen Tabak hätten 32 Millionen Zigaretten für den Schwarzmarkt hergestellt werden können.

Die Ware wurde meist mit 40-Tonnen-Lkw angeliefert und mit kleineren, unauffälligeren Schwerfahrzeugen wieder weggebracht. Einer dieser 3,5 Tonnen schweren Laster wurde vom Zoll Ende Oktober beim Zollamt Drasenhofen an der Grenze zu Tschechien zunächst kontrolliert. Mittels Analyse kamen die Ermittler drauf, dass es sich um bearbeiteten Tabak handelte. Ohne gegen den Lkw-Fahrer weiter vorzugehen, ließen sie den Mann zunächst fahren und legten sich bei der Lagerhalle bei St. Pölten auf die Lauer.

Am 16. November, als die Hausdurchsuchung genehmigt war, besorgten sich die Ermittler bei der Putzfrau den Schlüssel für das Zugangstor und für die Halle. Zu acht nahm der Zoll die Örtlichkeit unter die Lupe. Dort fanden sie die Polen, die gerade beim Aromatisieren des Tabaks waren. "Sie waren überrascht, ganz baff, aber kooperativ", sagte der Zollbeamte im APA-Gespräch.

Tabak mit Millionenwert

Die beiden jungen Männer hatten in ihrer Heimat keine Arbeit gefunden, gaben sie bei ihrer Einvernahme an. Der eine sagte, eine HTL-Matura abgeschlossen zu haben, der zweite war seinen Angaben nach Studienabbrecher. Angeblich wurden sie auf einem Sportplatz für die Arbeit in Österreich angeheuert.

Die Firma, die sich in der Halle eingemietet hatte, war zwar für den Handel mit Tabak angemeldet. Jedoch haben die Arbeiter den Tabak bearbeitet, das wäre steuerpflichtig gewesen und dafür hätten die Unternehmer eine Genehmigung vom Finanzministerium gebraucht.

Der Rohwert des sichergestellten Tabaks liegt bei 70.000 Euro. Damit hätte man 160.000 Stangen Zigaretten produzieren können. Umgelegt auf den österreichischen Markt hätte der Wert dafür 7,2 Millionen Euro betragen und es hätten Abgaben in der Höhe von 1,2 Millionen Euro Mehrwertsteuer und 4,4 Millionen Tabaksteuer entrichtet werden müssen. Das Zielland für Schwarzmarktzigaretten ist laut dem Zollbeamten meist Großbritannien, da es hier aufgrund der hohen Abgaben die höchsten Preise gibt.

Großer Schlag gegen Zigarettenmafia

Am kommenden Montag wird die Halle geräumt. Die sichergestellten 32 Tonnen Tabak werden bis zum Abschluss des Strafverfahrens im Depot des Zollamts Wien gelagert und dann vernichtet.

Im Jahr 2017 wurden laut Finanzministerium insgesamt 7,2 Millionen Zigaretten durch den Zoll sichergestellt. Alleine mit diesem Fund wurde dieser Wert um mehr als das Vierfache übertroffen. Der letzte vergleichbare Fall liegt mehr als zehn Jahre zurück. Im Jahr 2007 wurden in Maria Ellend in einer illegalen Fabrik 20,1 Tonnen Tabak sichergestellt. Jetzt waren es fast um zwölf Tonnen mehr.

"Das ist der bisher größte Schlag gegen die organisierte Zigarettenmafia, die wie ein international tätiger Konzern grenzübergreifend agiert. Unsere Zöllner haben großartige Arbeit geleistet. Dieser Aufgriff ist nur durch ihren professionellen und entschlossenen Einsatz möglich", sagte Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP).

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