90er Ikone von

Was wurde eigentlich
aus Sängeirn Blümchen?

90er Ikone - Was wurde eigentlich
aus Sängeirn Blümchen? © Bild: imago images / Oliver Langel

Man musste zwar fast 20 Jahre warten, aber auf der Bühne in Gelsenkirchen feiert Sängerin Jasmin Wagner erstmals ihre Bühnen-Identität von einst. Als Blümchen begeisterte sie am Wochenende 60.000 Fans und macht dabei gute Figur bei der Nostalgie-Show.

2001 hatte Jasmin Wagner - wie die Sängerin bürgerlich heißt - ihre Teenie-Star-Identität Blümchen eigentlich abgelegt. Doch für die Retro-Show "Die 90er live" trat sie erstmals wieder als Blümchen auf. Ihr Comeback hat der 38-Jährigen sichtlich gefallen:

»Klar wusste ich, dass mein Outfit knapp ist«

"Es war ein ganz, ganz großes Nach-Hause-Kommen. Ich hatte es mir schön vorgestellt. Aber nicht so großartig! Mit 60 000 Menschen zu singen, das ist der Wahnsinn", sagt Blümchen gegenüber "Bild". Auch ihre Outfit begeisterte. "Klar wusste ich, dass mein Outfit knapp ist. Aber ich hatte nicht darüber nachgedacht, wie das wohl ‚von unten‘ aussieht – obwohl das die Perspektive der Fans und Fotografen ist."

Nicht nur Blümchen tritt hier auf, sondern auch andere musikalisch Überlebende: Haddaway ("What Is Love"), der singende Zahnarzt Dr. Alban ("Sing Hallelujah"), die Vengaboys ("We're Going To Ibiza"). Im Finale steht David Hasselhoff (66) auf der Bühne. Der ist zwar eher 80er, aber egal. Die Arena ist voll, der Veranstalter zählt sagenhafte 60.000 Zuschauer.

Nostalgie als Geschäftsmodell

Kennzeichnend für Nostalgie ist, dass man sich vor allem an die guten Dinge von damals erinnert. Die negativen werden ausgeblendet. "Die Eurodance-Interpreten sind heute eigentlich Oldies", sagt Marcus S. Kleiner, Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der SRH Hochschule der populären Künste in Berlin, gegenüber der "Kleinen Zeitung".

90er Kinder unter sich

Nach ihrem Auftritt sitzt Blümchen in den Katakomben des Stadions. "Viele meiner Freunde sind hier. Nicht nur wegen mir, sondern weil sie auch 90er-Kids sind. Weil das einfach ein Lebensgefühl ist", sagt sie. "Ich versuche mich aber nicht selbst zu kopieren, sondern mit der Energie, die damals warm ein heutiges Modell zu schaffen. Mit ganz viel Nostalgie, aber auch mit ganz viel Abstand."