Ikea von

Nutznießer von DDR-Zwangsarbeit

Gefangene sollen im kommunistischen Ostdeutschland Schwedenmöbel produziert haben

Ikea - Nutznießer von DDR-Zwangsarbeit
© Bild: Reuters

Politische Gefangene sollen in der ehemaligen DDR als Zwangsarbeiter in der Produktion für den schwedischen Möbelgiganten Ikea eingesetzt worden sein. Reporter des Investigativ-Programms "Uppdrag granskning" (Auftrag Untersuchung) fanden in den Archiven der ostdeutschen Geheimpolizei Stasi laut Vorausmeldung des Schwedischen Fernsehens (SVT) entsprechende Hinweise, dass Ikea und andere Industriebetriebe in den 1970er und 80er Jahren auf diese Weise in den Genuss billiger Arbeitskräfte gelangten.

Das Programm soll am kommenden Mittwoch (2. Mai) ausgestrahlt werden. Bereits am Wochenende reagierte Ikea auf die bekannt gegebenen Informationen.

Gegenüber der schwedischen Nachrichtenagentur TT sagte eine Repräsentantin der internationalen Möbelkette, ihr Unternehmen habe die fraglichen Dokumente nun ebenfalls aus dem Stasi-Archiv angefordert und wolle diese prüfen. Derzeit gebe es jedoch keine Anhaltspunkte, dass Ikea den Einsatz von Zwangsarbeit in seiner Produktion förderte oder auch nur davon Kenntnis gehabt habe.

Zweifelhafte Vergangenheit
Ikea-Gründer Ingvar Kamprad (86) wurde in der Vergangenheit immer wieder zur Last gelegt, dass er als junger Mann mit dem deutschen Nationalsozialismus sympathisierte und auch noch später über bestimmte einschlägige Kontakte verfügte.

Erst am Samstag hatten in mehreren schwedischen Städten Umweltschützer im Zusammenhang mit der Rodung von Urwäldern in Russland gegen die Geschäftspraktiken von Ikea produziert. Auch diese Information war über die Sendung "Uppdrag granskning" an die Öffentlichkeit gelangt.