"Ihr müsst stolz sein auf euer Team!": Platini weckt nach Stadionvisite Optimismus

Happel-Stadion: "Gutes Stadion, aber auch ein altes" Nach Wien ging's mit dem Heli nach Klagenfurt

"Ihr müsst stolz sein auf euer Team!": Platini weckt nach Stadionvisite Optimismus

UEFA-Präsident Michel Platini hat im Rahmen einer Stadion-Tour durch Österreich den Finalort der Fußball-EM 2008 getestet - das Wiener Ernst Happel Stadion. Seinen Schuss vom Elfmeterpunkt verwertete der ehemalige Weltklasse-Spieler selbst in Anzug, Hemd und Krawatte souverän im linken Eck. "Das wird sicherlich ein sehr gutes Turnier", versprach der 52-jährige Franzose 250 Tage vor Beginn der EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz.

Die Kritik der vergangenen Wochen und Monate am Happel-Stadion wies Platini zurück. "Es ist ein gutes Stadion, aber natürlich auch ein altes", betonte der UEFA-Präsident, der das Prater-Oval gemeinsam mit ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, Wiens Bürgermeister Michael Häupl und EURO-2008-Geschäftsführer Martin Kallen besichtigt hatte. "Man darf nicht vergessen, wie lange es dieses Stadion schon gibt. Es hat auch eine Atmosphäre", meinte Platini.

Im August waren nach dem freundschaftlichen ÖFB-Länderspiel gegen Tschechien (1:1) vor allem die Zugangsmodalitäten in der 50.000 Zuschauer fassenden Arena, in der am 29. Juni 2008 das EM-Finale steigt, kritisiert worden. Zahlreiche Besucher waren aufgrund der Sicherheitskontrollen und eines Verkehrschaos auf den Zufahrtsstraßen verspätet in Stadion gekommen. Medienvertreter hatten auch den relativ kleinen Pressebereich als Kritikpunkt angeführt.

Über die negative Stimmung rund um die mäßigen Leistungen des österreichischen Nationalteams macht sich Platini ebenfalls keine Sorgen. "Österreich wird bei der EURO gut spielen. Da bin ich mir sicher", betonte der Europameister von 1984, der im Jänner zum UEFA-Boss gewählt worden war. "Aber das ist gar nicht das Wichtigste. Das Wichtigste ist ein gutes Turnier. Ich muss mich ja schließlich um 16 Mannschaften kümmern und nicht nur um eine."

Auch vor der WM 1998 in Frankreich, bei der er als OK-Chef fungiert hatte, sei die Skepsis seiner Landsleute groß gewesen. "Und heute ist Aime Jacquet bei uns ein echter Nationalheld", erinnerte Platini, nachdem der im Vorfeld umstrittene Nationaltrainer die "Equipe Tricolore" in Paris zum ersten Weltmeistertitel geführt hatte. In Österreich ist ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger von diesem Status noch sehr weit entfernt.

Dennoch verurteilte Platini Kampagnen wie jene in Innsbruck, die zuletzt nach den schwachen Leistungen gegen Japan (0:0) und Chile (0:2) den freiwilligen EM-Verzicht des ÖFB-Teams gefordert hatte. "Das ist die dümmste Unternehmung, von der ich je gehört habe", sagte Platini. "Ihr müsst stolz sein auf euer Land, das Turnier und euer Team." Bleiben noch 250 Tage Zeit, um das auch in den Köpfen der Österreicher zu verankern.

Platini nahm EM-Stadion in Klagenfurt in Augenschein
Die zweite Station seiner Stadion-Besichtigungs-Tour hat UEFA-Präsident Michel Platini nach Klagenfurt geführt. Der Franzose absolvierte einen Rundgang durch das neuen Wörthersee-Stadion und zeigte sich zufrieden. "Ein schönes Stadion, das für die EURO 2008 bereit ist", meinte der 52-jährige Franzose im Beisein von ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, EURO-2008-Geschäftsführer Martin Kallen und des Klagenfurter Bürgermeisters Harald Scheucher.

Nach nur 15 Minuten war der Lokalaugenschein des UEFA-Präsidenten auch schon wieder vorbei. Platini verließ Klagenfurt mit einem Kärntner-Anzug als Geschenk im Gepäck per Hubschrauber Richtung Salzburg, wo der Reigen der Stadionbesichtigungen in Österreich mit der EM-Arena in Wals-Siezenheim weitergeht und am Nachmittag mit dem Tivoli Neu in Innsbruck endet.

(apa/red)