Igel von

Die richtige Rettung

Igel - Die richtige Rettung © Bild: News/Ian Ehm

Mehr als 60 junge Igel wurden bereits in den ersten Sommertagen in der Eulen-und Greifvogelstation Haringsee (EGS) abgegeben. So viele seien es noch nie gewesen, sagt Doris Kopietzky, Sprecherin der EGS. Im Vorjahr zählte man etwa 20 bis 30, die es großzuziehen galt. Weshalb in diesem Sommer mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr abgegeben worden sind, können Experten nicht erklären. Dass die Erinaceiden, wie die Wissenschaft die Spezies nennt, in diesem Sommer mehr Nachkommen geboren haben als in den Jahren zuvor, schließen Forscher aus. Das hohe Aufkommen von Waisen sei viel mehr auf die ständig steigenden Gefahren zurückzuführen, sagt Kopietzky.

© iStockphoto.com

Bewohner ländlicher Gegenden können das bestätigen. Fast täglich ist ein toter Igel auf der Fahrbahn zu beklagen. Die Zahl der überfahrenen Tiere in Österreich ist so hoch, dass sie in den letzten Jahren gar nicht mehr erfasst wurde. Aber nicht nur der Straßenverkehr stellt eine der stärksten Bedrohungen für die stacheligen Gartenbewohner dar, sondern vor allem Insektenvernichtungsund Pflanzenschutzmittel.

Da sich Igel in freier Natur vor allen von Insekten ernähren, sterben nicht wenige an Vergiftung, wenn sie Insekten erwischen, die mit chemischen Pflanzenschutzmitteln in Berührung gekommen sind.

Nicht zu unterschätzen ist die Gefahr durch Mähroboter. Die Maschinen kürzen das Gras selbstständig, nehmen aber keine Hindernisse wahr und überfahren die Igel.

Eine andere Gefahrenquelle, die allzu oft unterschätzt wird, sind Swimmingpools. Wer über ein Privatbad im Garten verfügt, sollte es immer abdecken, wenn er es nicht braucht. Nicht nur für Igel, für alle Lebewesen kann der Sturz in den Pool schlimme Folgen haben.

© iStockphoto.com

Was ist zu tun, wenn man einen Igel findet? Das Wichtigste ist, sicherzugehen, dass die Mutter tatsächlich nicht zu ihrem Wurf zurückkehrt. Bevor das nicht geklärt ist, sind die Jungtiere nicht anzufassen. Die menschliche Berührung erzeugt fremde Gerüche und kann die Kinder für die Mutter unkenntlich machen.

Auf keinen Fall ist den Igeln Milch zu geben - die vertragen sie nicht, auch nicht die erwachsenen. Die ganz kleinen sind mit Spezialfutter großzuziehen. Größere, die schon über 180 Gramm wiegen, sättigen sich mit Katzenfutter.

Die beste Rettung ist Vorsorge. Verzichten Sie auf Insektengifte und geben Sie den stacheligen Gesellen in einem Naturgarten ein Zuhause.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: zobl.susanne@news.at