"Ich gelobe": Michael Häupl wurde als
Wiener Bürgermeister wiedergewählt

Auch einige Oppositionelle unterstützten Stadtchef Hitzige Wortgefechte am 1. Arbeitstag von Rot-Grün

Michael Häupl ist bei der konstituierenden Gemeinderatssitzung am Donnerstag als Wiener Bürgermeister wiedergewählt worden. Häupl erhielt in der geheimen Wahl die Unterstützung von 65 der insgesamt 100 Mandatare. Im Anschluss wurde der Bürgermeister in der Hofburg von Bundespräsident Fischer auch als Landeshauptmann angelobt. Zuvor tobte im Gemeinderat eine hitzige Debatte zwischen der neuen rot-grünen Stadtregierung und der Opposition aus FPÖ und ÖVP.

Das Ergebnis bei der Bürgermeister-Wahl bedeutet, dass Häupl auch die Unterstützung von fünf Abgeordneten der Opposition erhalten hat. Schließlich erhielt die SPÖ nach der Wahl am 10. Oktober 49 Mandate, die Grünen als nunmehriger Koalitionspartner elf Sitze. Am ehesten dürften die fünf restlichen Pro-Stimmen aus den Reihen der ÖVP kommen, da die FPÖ vor dem Wahlgang eine Unterstützung Häupls ausgeschlossen hatte.

"Rot-Grün ist neu für Österreich und stellt eine Alternative zu bisherigen Koalitionsvarianten dar", sagte Häupl in seiner Regierungserklärung. Man wolle zeigen, "dass abseits der bisher geübten Praxis neue Wege beschritten werden können und aus meiner Sicht auch beschritten werden müssen", so Häupl. Die Wiener Sozialdemokratie und die Wiener Grünen stünden aufgrund des ausgehandelten Papiers für soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Stabilität, ein friedliches Zusammenleben mit einer gemeinsamen Sprache, beste Zukunfts- und Bildungschancen für alle und eine ökologische Modernisierung vor allem in Energiefragen.

Nach seiner Wiederwahl als Bürgermeister ist Häupl von Bundespräsident Fischer als Landeshauptmann angelobt worden. Das Staatsoberhaupt gratulierte und erklärte: "Ich wünsche Ihnen für diese schöne Aufgabe alles Gute und viel Erfolg." Bei der Angelobung war auch Bundeskanzler Faymann anwesend. Für den frisch gekürten Bürgermeister war es bereits die fünfte "Inthronisierung" zum Landeshauptmann.

"Sie greifen in den Mülleimer der Geschichte"
Der Abstimmung ging eine etwa einstündige Debatte voraus, in der vor allem die FPÖ, deren Mandatszahl sich nach der Wien-Wahl auf 27 beinahe verdoppelt hat, die neue rot-grüne Koalition teils heftig attackierte. Diese Regierung werde als Negativbeispiel in die Geschichte der Stadt eingehen, prophezeite der blaue Klubobmann Johann Gudenus ein "Mahnmal". "'Nie wieder' wird es heißen, 'wehret den Anfängen' wird es heißen", zeigte sich der Sohn des früheren Nationalratsabgeordneten John Gudenus überzeugt. "Sie greifen in den Mülleimer der Geschichte und wollen Multikulti wiederbeleben - und das ist ewig gestrig", analysierte der Klubchef den rot-grünen Koalitionspakt.

SPÖ-Politiker von Format wie Zilk oder Kreisky hätten sich auf ein derartiges "Wahnsinnsprojekt" mit "linksextremen Anarchos" nicht eingelassen, mutmaßte Gudenus. Die Sozialdemokratie befinde sich in "ideologischer Geiselhaft" der Grünen. Maria Vassilakou als Verkehrsstadträtin bedeute, den Bock zum Gärtner zu machen. Es sei überhaupt peinlich, wie sich die Grünen zum Nulltarif verkauft hätten.

"Hut ab, Herr Professor"
ÖVP-Gemeinderat Alexander Neuhuber schoss sich hingegen auf den Vorzugsstimmensieger Alexander Van der Bellen ein, der die Sitzung von der Besuchergalerie aus betrachtete. "Hut ab! Chapeau", zollte der Stadtschwarze dem Professor ob seiner knapp 12.000 erhaltenen Stimmen Respekt - jedoch: "Sind Sie sich nicht zu gut und kommen hier herunter", so Neuhubers Aufforderung. "Tun Sie es nicht, dann gilt ab dem ersten Tag der Regierung das gebrochene Wort der Grünen." Van der Bellen bleibt trotz seines Vorzugsstimmenerfolg im Nationalrat und wird als Uni-Sonderbeauftragter für die Stadt im Einsatz sein.

Grüne: "Freudentag für alle WienerInnen"
Der grüne Klubchef David Ellensohn sprach hingegen von einem "Freudentag für alle Wienerinnen und Wiener" und lobte das "ambitionierte" Regierungsprogramm. "Wenn wir alles umsetzen, werden wir beide (Grüne und SPÖ, Anm.) dazugewinnen", so seine Hoffnung: "Lieber Michl, liebe Maria, ich wünsche Euch viel Spaß miteinander."

"Die FPÖ ist in ihrem jetzigen Zustand eine überflüssige Partei und hat in Wien nichts zu sagen und das ist gut so", lautete Ellensohns Botschaft an die freiheitlichen Mandatare - was ihm einmal mehr Applaus seitens der roten Fraktion einbrachte. Wiewohl die Beifälle der früher absolut regierenden Mehrheitsfraktion zu Aussagen der ehemaligen Oppositionspartei heute noch alles andere als automatisiert, sondern vielmehr abwartend und zögerlich wirkten.

Schicker: "Strache Abziehbild von Jörg Haider"
Ex-SP-Verkehrsstadtrat und Neo-Klubchef Rudolf Schicker nannte es - als Replik auf die blaue Kritik an Van der Bellen - "skandalartig", dass der FPÖ-Chef und Wiener Bürgermeisterkandidat Heinz-Christian Strache ebenfalls auf den Besucherrängen Platz genommen hatte. "Damit ist er ein Abziehbild von Jörg Haider. Der war auch einmal da, einmal fort, dann wieder da...", ärgerte sich Schicker. Was sein früheres Ressort betreffe, "bin ich überzeugt, dass Frau Vassilakou viel Freude damit haben wird".

(apa/red)

Kommentare

Bitte um kurze Antwort Wozu braucht Wien ZWEI !!!!! Vizebürgermeisterinnen

Tja, wer dumm wählt, wird bestraft!!!

christian95 melden

Ersatzlos einsparen sollte man diese Typen! In Bayern mit 12 Mio Einwohnern regieren 9 Regierungsmitglieder und 181 Abgeordnete. Österreich mit 8 Mio hat 20 Regierungsmitglieder und im Bund, Ländern und Bundesrat über 770 aktive Potiker.

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Re: Ersatzlos einsparen sollte man diese Typen! Österreichs Parteien rekrutieren bestenfalls nur schwache (max. 50%ige) Politiker, daher brauchen sie doppelt so viele.
Der Vergleich mit Bayern stimmt nicht ganz:
Bayern hat neben der Regierung des Freistaates noch jeweils eine eigene Regierung für jeden Regierungsbezirk mit einem Regierungspräsidenten an der Spitze.
Insgesamt hat Bayern sieben Regierungsbezirke:
Obebayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben.

christian95 melden

Re: Ersatzlos einsparen sollte man diese Typen! Bezirke haben wir in Österreich auch und zwar 99 BH´s und knapp 3.000 Gemeinden.

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Re: Ersatzlos einsparen sollte man diese Typen! Ja es wäre sinnvoll und höchst an der Zeit die Politiker welche heute am Ruder sind um mindest 50% zu reduzieren . Eine Regierungsarbeit ist ja sowieso nicht in Sicht, alles was die dort oben können ist streiten und sich gegeneinander ausspielen. Es ist wirklich nicht akzepabel , daß unser kleines Österreich , nochdazu wo bereits alles von der EU vorgegeben wird, mit so einem Haufen von Politikern ausgestattet ist. Den NR kann man halbieren, den BR gänzlich streichen , die Ministerien zumindest halbieren , die Landtage halbieren bzw ganz auflösen, die Strukturen in den BH`s starffen. Einheitliche Gesetze für Bund,Länder und Gemeinden in allen Buindesländern gleich und zu guter letzt den BP abschaffen, das kann der kanzler auch in der Weldgeschichte herum fahren.

christian95 melden

Re: Ersatzlos einsparen sollte man diese Typen! Falls bei der nächsten Wahl und allen folgenden minus 25% weniger Politiker in den Ländern beschlossen würde, erst nach 20! Jahren wären die Lantage und der Bundesrat aufgelöst. (Lt. Statistik beziehen Politiker ihre hohe Pension 18,7 Jahre, danach die Witwe 8,2 Jahre).
Etwa 40 weitere Jahre müsste der Steuerzahler trotzdem noch zahlen!!!

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Gudenus ... unterstellt Häupl er greife in den Mülleimer der Geschichte. HAHAHA
Mülleimer der Geschichte find ich gut, dort ist doch der Gudenus herausgekrochen, mitsamt seiner Buberlpartie.

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Gudenus ... spricht auch von ideologischer Geiselhaft.
Schreit der die ganze Zeit einen SPiegel an?

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Re: Gudenus ... völlig richtig. Oder wie Grillparzer schon geschrieben hat:

"Wir sind gegen keine Fehler an anderen intoleranter, als welche die Karrikatur unserer eigenen sind. "

Rot - Grün Man soll ja bekanntlich das Kind nicht mit dem Bad ausschütten ... Also stehe ich dieser Koalition neutral, wenn auch mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber.

mfp7764 melden

Na dann prost,alkofix.auf in die letzte runde,wer weis wie lange noch.entweder haut in die leber um oder er geht bald und lässt die angerürte kacke anderen auslöffeln.

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Re: Na dann mfp - lass dir vom "Duden" ein bisserl unter die Arme greifen.

mfp7764 melden

Re: Na dann Wozu bitte wie haben so viele ausländer hier die können nicht mal das lesen;-)

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Re: Na dann Viele Österreicher auch nicht, weil es schwachsinnig ist und keinen Sinn ergibt...

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Re: Na dann diesem fehlerhaften geschreibsel nach wäre es gut auf die eigene leber zu schauen!

strizzi49 melden

Maria Vassilakou Wird Zeit, dass wir Autofahrer unseren Schutzheiligen gegen die Verkehrsrätin Vassilakou (= Teuferl) mobilisieren! Vielleicht nützts was?

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Re: Maria Vassilakou Nicht SCHUZTHEILIGE sondern SCHEINHEILIGE

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