"Ich habe es für Juve getan": Ex-Manager Moggi beteuert Unschuld in Schiri-Skandal

Ermittlungen auch gegen Teamspieler Iaquinta<br><b>KLICKEN:</b> Fußball-Mafia - Das System Luciano Moggi <b>PLUS:</b> Umfrage & Forum - sagen Sie Ihre Meinung!

"Ich habe es für Juve getan": Ex-Manager Moggi beteuert Unschuld in Schiri-Skandal

Von Staatsanwälten, Fahndern und Medien in die Enge getrieben, ist Italiens mutmaßlicher Pate Luciano Moggi im ersten Verhör um den italienischen Fußball-Manipulations-Skandal weinend zusammengebrochen. "Was ich getan habe, habe ich für Juventus Turin getan", sagte der Ex-Juve-Manager in einem sechsstündigen Verhör der Staatsanwaltschaft Neapel. Gleichzeitig betonte Moggi jedoch: "Ich bin unschuldig!" Die Vorwürfe im Skandal weiteten sich unterdessen auf die jüngste Saison aus.

"Elf Meisterschaftsspiele stehen unter Manipulationsverdacht", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Außerdem wurde neben Torwart Gianluigi Buffon mit Udineses Stürmer Vincenzo Iaquinta ein zweiter italienischer Teamspieler vor der Weltmeisterschaft in Deutschland in den Wettskandal hineingezogen.

In Italien gebe es keine "Fußball-Mafia" und auch kein "System Moggi", sagte der 68-jährige Moggi den Staatsanwälten. Deren Bild von einer systematisch zu Gunsten von Rekordmeister Juventus Turin manipulierten Liga wird allerdings immer klarer: "Wir Schiedsrichter sind die Untertanen der Juve-Macht", gestand Schiedsrichter Paparesta. Über den Sport hinaus soll Moggis Einfluss bis in die Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Polizei sowie zum ehemaligen Innenminister Giuseppe Pisanu und Wirtschaftsminister Domenico Siniscalco gereicht haben.

"Big Luciano" gibt alle Ämter auf
Als mutmaßlichem Drahtzieher werden Moggi mittlerweile fünf Straftaten vorgeworfen: Gründung einer kriminellen Vereinigung, Sportbetrug, Veruntreuung, Nötigung und Freiheitsberaubung. Einen Ausweg scheint Moggi selbst nicht mehr zu sehen. Alle Ämter hat er aufgegeben und der Justiz anscheinend seine Mitarbeit bei der Aufklärung angeboten. "Wir kollaborieren, aber lasst meinen Sohn in Ruhe. Er hat nichts mit der Sache zu tun", sagte er der Staatsanwaltschaft. Gegen Alessandro Moggi und dessen Spielervermittlung GEA ermittelt die Staatsanwaltschaft Rom.

Der einst schier allmächtige "Big Luciano" gibt nur noch ein Bild des Elends ab und "Juve" zittert. Trotz des 29. Titelgewinns stürzte die Aktie des von Titelaberkennung und Zwangsabstieg bedrohten Rekordmeisters an der Mailänder Börse am Dienstag erneut um mehr als zehn Prozent ab.

Team-Kicker Buffon und Iaquinta einvernommen
Teamchef Marcelli Lippi versucht, seine "Azzurri" vor der WM in Deutschland aus dem Skandal herauszuhalten. "Ich bin von Moggi nie unter Druck gesetzt worden", bestritt der Ex-Juve-Trainer Moggis Einflussnahme auf seine Nominierungen. Auch Torwart Buffon konnte bisher glaubhaft machen, dass er nie illegal gewettet habe. Die Staatsanwaltschaft Turin hat ihn dennoch weiter im Visier. Und nun ermittelt auch noch die Staatsanwaltschaft Udine gegen Nationalstürmer Iaquinta und 13 weitere Fußballer wegen unerlaubter Wetten.

Die "Squadra" rutschte damit wieder tiefer in den Skandal, den nun Jus-Professor Guido Rossi als neuer kommissarischer Leiter des Italienischen Verbandes (FIGC) lückenlos aufklären soll. "Eine schwere Aufgabe", meinte der 75-jährige Rossi zu seiner neuen Aufgabe.

(apa/red)