"Ich sterbe wie Jesus Christus": Amokläufer plante Uni-Massaker bis ins kleinste Detail!

Nach ersten Morden Videos an TV-Sender geschickt<br>Hass gegen Reiche: Cho bezieht sich auf Columbine <b>SCHOCKBILDER:</b> Gewaltfantasien des Amokläufers!

"Ich sterbe wie Jesus Christus": Amokläufer plante Uni-Massaker bis ins kleinste Detail!

Das Motiv für das schlimmste Schulmassaker in der Geschichte der USA ist geklärt: Der Todesschütze von Virginia verschickte noch während seines Amoklaufs ein Video, in dem er eine Botschaft des Hasses und der Verachtung an Kommilitonen und Lehrkräfte dokumentierte. Er selbst stellt sich in dem Band als ein Vorkämpfer für die Benachteiligten und Entrechteten dar.

"Ihr habt mich in eine Ecke getrieben und nur einen Ausweg gelassen", sagt der Todesschütze Cho Seung Hui an einer Stelle des Videos. "Euretwegen sterbe ich nun wie Jesus Christus, um Generationen der schwachen und schutzlosen Menschen zu inspirieren." In einer offensichtlichen Anspielung auf seine Tat fügt der 23-Jährige dann hinzu: "Als die Zeit gekommen war, habe ich es getan. Ich musste es tun."

Cho brachte das Video dem Paketstempel zufolge offenbar in den zwei Stunden zur Post, die zwischen seinen ersten Schüssen in einem Wohnheim und seinem tödlichen Streifzug durch ein nahe gelegenes Vorlesungsgebäude lagen. An den beiden Orten tötete er insgesamt 32 Menschen, bevor er sich erschoss. Das Paket war an die Zentrale des US-Fernsehsenders NBC in New York gerichtet.

Das Paket enthielt auch Fotos des Todesschützen, auf denen er sich stolz mit seinen Waffen und seiner Munition präsentiert, sowie ein etwa dreiseitiges Pamphlet gegen wohlhabende Kommilitonen und deren angebliches Luxusleben.

In dem Text äußert der Südkoreaner unter anderem Bewunderung für die beiden Amokläufer von Columbine in Colorado, die fast auf den Tag genau vor acht Jahren an einem Gymnasium zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen. Er spricht von "Märtyrern wie Eric und Dylan". Dies waren die Vornamen der beiden Täter.

"Jetzt habt ihr Blut an den Händen"
In dem Video klagt Cho seine Kommilitonen an der Technischen Universität in Blacksburg unter anderem mit den Worten an: "Der Mercedes war nicht genug für euch Bälger? Eure goldenen Halsketten waren nicht genug für euch Snobs? Euer Anlagevermögen hat euch noch nicht gereicht?" Während er offensichtlich hin und wieder auf ein Blatt schaut, fährt er fort: "Ihr habt mein Herz bewusst zerstört, meine Seele vergewaltigt und mein Gewissen gefoltert." Schließlich spricht er den Satz in die Kamera: "Jetzt habt ihr Blut an den Händen, das ihr nie mehr abwaschen könnt."

Studenten der Hochschule reagierten entsetzt und fassungslos auf das Band: "Das ist wirklich verrückt. Er tötet zwei Menschen, geht dann zur Post und ist dann für die zweite Runde bereit? Das ist gruselig", sagte ein junger Mann, der das Video gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Kommilitonen sah.

Ein anderer konnte nicht fassen, wie viel ihnen der als Einzelgänger und Schweiger bekannte Täter plötzlich zu sagen hatte: "Er redet und redet - das ist mehr als er je gesprochen hat", sagte er. Der 19-jährige David Cornwall wunderte sich vor allem über die Vorwürfe gegen angeblich reiche Kommilitonen: "Das passt auf keinen einzigen Studenten hier, den ich kenne. Ich hatte immer das Gefühl, dass hier vor allem Arbeiterkinder studieren."

Polizei berichtet von Beschwerden gegen Cho
Kommilitonen und Lehrkräfte hatten den Todesschützen in den vergangenen Tagen bereits als Mensch mit offensichtlich großen persönlichen Problemen, aber auch einer aggressiven Ausstrahlung beschrieben.

Die Polizei gab zudem bekannt, dass sie eineinhalb Jahre vor der Tat wiederholt Beschwerden über den Südkoreaner nachgegangen sei und ihn schließlich vorübergehend in eine psychiatrische Klinik gebracht habe. Kritiker werfen der Universitätsleitung und den Sicherheitskräften vor, die Warnsignale nicht ernst genommen und zu spät reagiert zu haben.

(apa/red)