"Ich sehe was, was du noch nicht siehst"...:
Honda entwickelt neue Verkehrsübersicht

Webcam-Netzwerk soll Straßeninformationen liefern Termin für Serienreife laut Hersteller nicht bekannt

"Ich sehe was, was du noch nicht siehst"...:
Honda entwickelt neue Verkehrsübersicht © Bild: Reuters/Cortes

Der Automobilhersteller Honda entwickelt ein System, das es Fahrern erlauben soll, schon vor Fahrtantritt einen Blick auf die vor ihnen liegende Strecke zu werfen, um sich mit eigenen Augen ein Bild von der Verkehrslage machen zu können. Die Idee ist es, Webcams in die Seitenspiegel der Autos zu integrieren, die sowohl das Geschehen vor dem Fahrzeug als auch dahinter filmen. Via Mobilfunk werden die aufgenommenen Bilder an einen zentralen Server gesendet, berichtet der NewScientist.

Mit den Bildern werden außerdem die Geschwindigkeit und die GPS-Koordinaten des Automobils übermittelt. Abgefragt werden die Video-Streams auf einer eigenen Website. Jede Kamera im System hat eine eindeutige Zuordnung, wodurch es dem User auch möglich ist, eine bestimmte Fahrt mitzuverfolgen. Eine Optimierungssoftware sorgt dafür, dass für eine eingegebene Route alle verfügbaren Kamerabilder zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen auch fix installierte Webcams in die Verkehrsbeobachtung eingebunden werden.

Je mehr Autos, desto größer die Übersicht
Der Erfolg eines derartigen Verkehrsbeobachtungslösung hängt natürlich vom Umfang des Netzwerks von Fahrzeugen ab, die mit den Autokameras ausgestattet sind. Ein funktionierendes System soll es den Lenkern dann allerdings ermöglichen, schon zuhause nachzusehen, ob die beabsichtigte Strecke, befahrbar ist, welches Wetter vorherrscht oder wie flüssig der Verkehr ist. Zudem kann überprüft werden, ob am Ziel genügend unbesetzte Parkplätze verfügbar sind, so die Ideen der Entwickler. Hondas Autokamerasystem wurde bereits zum Patent angemeldet. Wann es marktreif sein wird, konnte das Unternehmen nicht beantworten.

Big brother?
Ein Unternehmen, das ein System mit tausenden potenziellen Überwachungskameras andenkt, muss auch Überlegungen zu Datenschutz und Persönlichkeitsrecht anstellen. Honda will dies mithilfe der GPS-Daten umsetzen. Nähert sich das Fahrzeug beispielsweise dem Arbeitsplatz oder dem eigenen Wohnhaus, so werden keine weiteren Daten an den Server übertragen. Zudem sollen alle Videoaufnahmen anonymisiert sein. (pte/red)