"Ich weiß, dass ich im Feuer stehe": Stoiber will allen Ablösegerüchtetn weiter trotzen!

Diskussion über Nachfolgekandidat nicht zu stoppen Auch Treffen mit Pauli brachte keine Beruhigung

"Ich weiß, dass ich im Feuer stehe": Stoiber will allen Ablösegerüchtetn weiter trotzen!

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber kämpft ums politische Überleben. Aus Parteikreisen wurden in der Nacht auf Samstag Überlegungen bestätigt, Stoiber zur baldigen Übergabe seiner Ämter zu bewegen. Nachfolger könnten der bayerische Innenminister Günther Beckstein als Ministerpräsident und der deutsche Landwirtschaftsminister Horst Seehofer als CSU-Vorsitzender werden.

Der Wechsel müsse aber gemeinsam mit Stoiber gestaltet werden, sonst drohe der CSU eine Zerreißprobe. Eine wachsende Zahl von Abgeordneten halte den seit 13 Jahren regierenden Stoiber nicht mehr für den richtigen Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl 2008, hieß es in CSU-Kreisen. Stoiber gibt sich bisher jedoch weiter kämpferisch. "Ich weiß, dass ich im Feuer stehe", sagte er am Freitagabend bei seinem Neujahrsempfang in München. Aber "wer in der Küche arbeitet, muss auch Hitze vertragen."

Laut einem Magazinbericht will Stoiber auf eine Nominierung durch die CSU-Fraktion zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 verzichten. Stoiber habe aus Angst vor einem blamablen Ergebnis den Plan aufgegeben, berichtete "Focus" am Samstag in einer Vorausmeldung ohne Nennung von Quellen. Das Magazin berichtete weiter, der bayerische Landtagspräsident Alois Glück sei von führenden CSU- Abgeordneten gebeten worden, in den kommenden Tagen bei Stoiber vorstellig zu werden und ihn zum vorzeitigen Rücktritt zu bewegen.

Auslöser der Führungsdebatte in der CSU war eine Bespitzelungsaffäre: Stoibers Büroleiter in der Staatskanzlei, Michael Höhenberger, war wegen des Vorwurfs zurückgetreten, er habe das Privatleben der parteiinternen Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli ausspionieren wollen, um dunkle Punkte aufzuspüren und die Fürther Landrätin so mundtot machen zu können. Pauli forderte daraufhin eine Urabstimmung in der Partei über die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2008. (apa/red)