"Ich bin kein Diktator": UniCredit-Chef im FORMAT über BA-CA und seinen Führungsstil

Alessandro Profumo verrät richtige Anlagestrategie PLUS: UniCredit-Chef kassiert pro Jahr 9,3 Mio. Euro!

UniCredit-Chef Alessandro Profumo exklusiv im FORMAT-Interview: über die Rolle der BA-CA, seinen umstrittenen Führungsstil und die richtige Anlagestrategie.

Format: Wir wollen mit einer ganz einfachen Frage beginnen. Die UniCredit weist eine Eigenkapitalrentabilität von 19 Prozent aus und eine Cost-Income-Ratio von 55 Prozent - beeindruckende Werte. Was sind die wichtigsten Erfolgsgeheimnisse Ihrer Bank?

Profumo: Das Erste ist, dass wir unsere Gruppe rund um den Kunden organisieren. Er steht nicht nur im Zentrum unserer Strategie, sondern ist auch Mittelpunkt unserer Organisation. Wir legen auf ein großes Naheverhältnis zwischen unseren Kunden und unseren Mitarbeitern Wert. Nur wenn ein Mitarbeiter seinen Klienten wirklich versteht, kann er ihn auch optimal bedienen.

Format: : Was sind Ihre Ziele für die BA-CA in der näheren Zukunft?

Profumo: Wir arbeiten gerade gemeinsam daran, unsere Ziele für die kommenden drei Jahre zu formulieren, und zwar gegliedert nach Divisionen. Man muss sehen, dass die BA-CA zwei Seelen hat: einerseits das Österreich-Geschäft und auf der anderen Seite die Aktivitäten in Osteuropa. In Österreich gibt es noch Platz für Verbesserungen, etwa in der Betreuung unserer Kunden. In Osteuropa dagegen liegt der Fokus derzeit auf der Integration der Institute in den verschiedenen Ländern. In manchen Ländern wie Rumänien haben wir drei Banken, in Bulgarien drei - dieser Integrationsprozess ist ziemlich kompliziert. In anderen Ländern wiederum, wo unsere Aktivitäten kleiner sind, wie etwa in Russland, geht es in erster Linie um Wachstum und darum, neue Potenziale zu erschließen.

Format: Kritiker in Österreich fürchten, dass die BA-CA ihre Position als Zentrale für Osteuropa verlieren wird, sobald die Verträge mit der AVZ-Stiftung auslaufen. Was ist vor diesem Hintergrund die zukünftige Rolle der BA-CA innerhalb der UniCredit-Gruppe?

Profumo: Warum sollte die BA-CA diese Position verlieren? Die BA-CA ist und bleibt die Osteuropazentrale der UniCredit Group. Österreich hat aus historischen Gründen ein besonders gutes Verständnis und gute Kontakte zu den osteuropäischen Staaten. Schon vor 1989 gab es hier immer gute Kontakte, deswegen ist es für uns wichtig, dass die Zentrale hier ist.

Format: Die BA-CA ist jetzt für 24 Länder verantwortlich. Wie rasch wollen Sie in diese Märkte expandieren, und was sind Ihre Wachstumsziele in Osteuropa?

Profumo: Das hängt sehr von den einzelnen Ländern ab. In manchen Ländern haben wir noch keine Aktivitäten. Dort gilt es zunächst, ein aussichtsreiches Geschäftsmodell zu entwickeln, mit dem wir erfolgreich sein können. Dort, wo wir nur kleine Aktivitäten haben und vielleicht vier oder fünf Prozent Marktanteil, wollen wir mittelfristig auf zehn Prozent kommen. In anderen Ländern, wo wir bereits stark sind, soll diese Position ausgebaut werden.

Format: Was sind Ihre Ziele gegenüber Ihren Eigentümern? Was dürfen sich Ihre Aktionäre erwarten?

Profumo: Wir haben uns ein ganz klares Ziel gesetzt. 2007 wollen wir 56 Cent je Aktie verdienen.

Format: Sie werden als autoritär beschrieben. Wie würden Sie Ihren Managementstil beschreiben?

Profumo: In Deutschland werde ich von manchen als Diktator beschrieben. Diese Personen sind ehemalige HVB-Manager, die ihren Ausstieg irgendwie rechtfertigen wollen. Ich bin kein Diktator. Intern werde ich wiederum oft kritisiert, weil ich zu viel über ein Thema diskutieren lasse. Die öffentliche Wahrnehmung ist somit total entgegengesetzt zu jener im Unternehmen.

Format: Sie zählen zu den Topverdienern unter europäischen Spitzenmanagern. Laut aktuellem UniCredit-Geschäftsbericht haben Sie im Vorjahr 7,8 Millionen Euro verdient. Wie investieren Sie Ihr privates Vermögen?

Profumo: Ich mache das, was ich auch unseren Kunden rate. Ich investiere in ein diversifiziertes Portfolio, das ich von professionellen Asset-Managern verwalten lasse - mit anderen Worten: in Fonds. Außerdem halte ich einen gewissen Teil in UniCredit-Aktien, andere Einzeltitel besitze ich nicht.

Format: Und Ihre Investmentstrategie? Die Vorgaben des UniCredit-Chefs an seine Portfolio-Manager?

Profumo: Derartige Details will ich nicht in der Öffentlichkeit diskutieren, aber Sie können davon ausgehen, dass ich wie jeder rationale Investor erwarte, dass ein Asset-Management-Profi zumindest besser als der Markt performt. Mein Privatvermögen soll sich vermehren, da denke ich nicht anders als meine Kunden.

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