"Ich hoffe auf ein zweites Cordoba": Krankl
vor dem Spiel Österreich gegen Deutschland

Über "Wachablöse" und Minderwertigkeitskomplexe TV-MEDIA: Der Goleador über die Brisanz des Spiels

"Ich hoffe auf ein zweites Cordoba": Krankl
vor dem Spiel Österreich gegen Deutschland © Bild: APA/Artinger

Bei der Heim-EM muss unser Fußballteam am Montag (ab 20.15 Uhr, LIVE auf news.at) das Wunder von Córdoba wiederholen, um ins EURO-Viertelfinale einzuziehen. Allerdings gilt es nach der bitteren 0:1-Auftaktpleite gegen Kroatien zuvor, die Polen zu schlagen, sonst ist das 35. Kräftemessen mit dem Rekordeuropameister und dreifachen Weltmeister nicht mehr als eine Frage der Ehre.

Das weiß auch "Goleador" Hans Krankl, der das Erfolgsrezept für den Pflichtsieg gegen die von Deutschland mit 2:0 abservierten Polen kennt: "Wenn wir gleich von Beginn an mit dem Elan der letzten 30 Minuten vom Kroatien-Spiel auftreten, haben wir gegen die Polen eine Chance. Es ist ganz einfach: Gewinnen wir nicht, sind wir draußen. Also müssen wir 100 Prozent Vollgas geben."

Krankl, der als ÖFB-Teamchef gegen Polen in der Quali für die WM 2006 zwei Niederlagen kassierte, rechnet fest damit, dass Josef Hickersberger eine offensivere Mannschaft in die "Polen-Schlacht" schicken wird. "Wahrscheinlich wird es zu Änderungen kommen. Ich würde es jedenfalls mit offensiveren Leuten als gegen Kroatien probieren. Aber das ist Sache des Teamchefs."

Krankl: "Es gibt nichts Schöneres"
Der Gedanke an ein Entscheidungsspiel gegen die Deutschen lässt bei "Hanse" die Augen feucht werden: "Jedes Ländermatch muss für einen Spieler eine Ehre sein – ob gegen San Marino oder den regierenden Weltmeister. Aber es gibt nichts Schöneres für einen österreichischen Fußballer, als gegen die Deutschen ums EM-Viertelfinale zu kämpfen." Und Krankl weiter: "Vielleicht gibt es ja ein neues Córdoba. Das wäre schön, darauf hoffe ich. Dann ist vielleicht das alte Córdoba von 1978 vergessen – und es würden sich ein paar Leute nicht mehr aufregen, wenn immer darüber gesprochen wird. Ich würde es jedenfalls sehr gut finden und hätte auch kein Problem damit." Der Schwere der Aufgabe ist sich Hans Krankl freilich bewusst. "Möglich ist alles im Fußball, aber da muss schon sehr viel passieren. Denn die Deutschen waren gegen Polen zumindest zeitweise sehr gut und von Beginn an druckvoll.“ Angetan haben es dem 34-fachen Nationaltorschützen gleich mehrere DFB-Spieler. "Ich stehe auf Mario Gomez, der mich wie Lukas Podolski und Miroslav Klose sehr beeindruckt hat. Dazu kam ein solider Michael Ballack."

Belächelt, verspottet, unterschätzt.
Worin die Brisanz der Begegnungen zwischen Österreich und den stets favorisierten Deutschen liegt, erklärt Krankl so: "Es ist wie das Duell großer gegen kleiner Bruder. Natürlich haben die Deutschen viel mehr fußballerisches Potenzial als das kleine Österreich. Aber gerade deshalb versucht der kleine den großen Bruder zu schlagen. Das ist in einer Familie so, und das ist bei Österreich gegen Deutschland so." Extra motivierend ist dabei die Tatsache, dass der große den kleinen Bruder stets "belächelt". Krankl: "Das ist immer so. Als österreichischer Spieler weißt du genau, wie man in Deutschland über uns redet, wie die Medien spötteln, wie man unseren Fußball unterschätzt. Das stachelt Spieler und Trainer doppelt an." Was Krankl vor dem „Spiel der Spiele“ auf keinen Fall sehen will, sind Austrokicker mit Minderwertigkeitskomplexen. "Wer darunter leidet, der hat in der Nationalmannschaft nichts verloren. Wir haben 23 sehr gute Fußballer im EM-Kader, die brauchen sich überhaupt nicht minderwertig zu fühlen. Wo wir im internationalen Vergleich stehen, ist eine andere Frage."

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