ICE-T wechselt von Body Count zur Bahn?:
ÖBB-Zug legt sich ab Dezember in die Kurve

Wird von Wien nach Bregenz und München schaukeln Die Neuen bringen rund 230 km/h auf die Schiene

ICE-T wechselt von Body Count zur Bahn?:
ÖBB-Zug legt sich ab Dezember in die Kurve

Die ÖBB hat einen neuen Zug. ICE-T das erinnert jetzt mal alle an den Rapper der Band Body Count. Aber laut ÖBB weit gefehlt. Es ist der neue 230 km/h schnelle Zug, der ab Dezember zwischen Wien und Bregenz bzw. München gondeln wird.

Die drei neuen Garnituren "legen" sich in die Kurve: Mit einer Neigung von bis zu acht Grad sollen sie eine erschütterungsfreie Fahrt und schnelleres Vorwärtskommen auf bogenreichen Strecken ermöglichen, erklärte Roman Schmid, Leiter des ÖBB-Projekts bei einer Pressefahrt auf der Westbahnstrecke am Samstag.

Von Wien nach Frankfurt
Ab 9. Dezember soll auf den Strecken Wien-München und Wien-Bregenz täglich ein Zugpaar verkehren. Von der Bundeshauptstadt nach Frankfurt werde es in Kooperation mit der Deutschen Bahn (DB) Ende 2007 eine ICE-Verbindung im Zweistundentakt geben, kündigten die ÖBB an. Für das Gemeinschaftsprojekt werde die DB neun Garnituren zur Flotte beisteuern.

Das schaukelt aber ganz schön
Bei der Messfahrt am Samstag gab der Lokführer "Vollgas": 257 km/h zeigte der digitale Tachometer im Führerstand kurz vor Linz an. Von der hohen Geschwindigkeit war jedoch kaum etwas zu spüren, wie die Fahrgäste feststellten. Flaue Gefühle im Magen rief hingegen bei einigen das "bogenschnelle Fahren" hervor, bei dem der Waggon zu Testzwecken mit 140 anstatt mit 110 km/h durch die Kurven schaukelte.

Rally auf Schienen
Das Rallye-ähnliche Gefühl im "Cockpit" des Zugs werden künftig auch Passagiere der ersten Klasse miterleben können: Glasscheiben zwischen Führerstand und Waggon bieten den Fahrgästen Ausblicke auf die Gleise. Insgesamt finden 381 Bahnfahrer in dem neuen Zug Platz. Der Innenraum besteht nicht aus aneinander gekoppelten Waggons, die durch Türen getrennt sich, sondern ist durchgängig. Die drei von den ÖBB gekauften ICE-T wurden 2001 gebaut und sind im Gegensatz zu den deutschen Modellen mit Ski-Halterungen ausgestattet. 50 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert.
(APA/Red)