IAEO sucht in Syrien nach Atomanlagen:
Dreitägige Inspektion mit staatlicher Zusage

Angeblicher Bau von Israel September 2007 zerstört Untersuchungserlaubnis nur für die Anlage in Al-Kibar

IAEO sucht in Syrien nach Atomanlagen:
Dreitägige Inspektion mit staatlicher Zusage © Bild: Reuters

Ein Expertenteam der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ist von Wien nach Syrien geflogen, um eine von Israel zerstörte Anlage im Land auf mögliche Atomspuren zu überprüfen. Nach Hinweisen der USA soll Syrien auf dem Gelände bei Al-Kibar heimlich an einem Atomreaktor zur Plutoniumproduktion gebaut haben.

Israel hatte die Baustelle im September 2007 angegriffen und die Gebäude zerstört. Syrien hatte die Anschuldigungen der USA immer bestritten und den Gebäudekomplex als militärische Anlage bezeichnet. Die drei Inspektoren sollen zwei Tage lang auf dem Gelände nach Hinweisen suchen. "Was dort auf uns wartet, werden wir sehen, wenn wir da sind", sagte Chefinspektor Olli Heinonen vor dem Abflug. Es wird erwartet, dass die Experten Proben entnehmen, um nach radioaktiven Stoffen zu suchen. Konkrete Ergebnisse werde der erste Besuch allerdings nicht bringen, es wird mit weiteren gerechnet, hieß es in Diplomatenkreisen.

Die USA sind überzeugt, dass es sich um einen Reaktor zur Produktion von waffenfähigem Plutonium handelte, der kurz vor der Fertigstellung stand. Syrien habe auf dem Gebiet der Nukleartechnik mit Nordkorea zusammengearbeitet. So sei die zerstörte Anlage nach dem Vorbild des nordkoreanischen Reaktors Yongbyon erbaut, dessen Abschaltung die IAEO nach langwierigen Verhandlungen erst im Vorjahr erreicht hatte. Im April diesen Jahres veröffentlichte der US-Geheimdienst CIA ein Foto, das den Leiter der syrischen Atomkraftbehörde mit dem Chef des nordkoreanischen Atomwaffenprogrammes zeigt.

Syrien und Nordkorea sollen dem Iran bei dessen umstrittenem Atomprogramm geholfen haben, wie das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Experten gingen davon aus, dass die Militäranlage Al-Kibar in Syrien eine Art nukleares "Ersatzlager" für den Iran gewesen sei, von dem Bombenmaterial nach Teheran geschafft werden sollte. (apa/red)