IAEO-Inspektoren im Iran von

Teheran gibt sich kreuzbrav

Expertenteam wird am Sonntag erwartet - Iran will kooperieren

IAEO-Inspektoren im Iran - Teheran gibt sich kreuzbrav © Bild: APA/EPA/TAHERKENAREH

Der Iran hat kurz vor der Ankunft eines Expertenteams der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO seine Bereitschaft zur Kooperation beteuert. "Das IAEO-Team, das in den Iran kommt, kann die nötigen Inspektionen machen", sagte Ex-Außenminister Velayati der Nachrichtenagentur ISNA. "Aber unser Atomrecht werden wir nicht aufgeben, denn wir haben uns stets an internationale Regeln gehalten."

Am Sonntag wurde ein hochrangiges IAEO-Team in Teheran erwartet. Unter der Leitung von Chefinspektor Herman Nackaerts und Rafael Grossi, einem Berater von IAEO-Generaldirektor Yukiya Amano, soll es offene Fragen zum umstrittenen iranischen Atomprogramm klären. Das Team soll bis Dienstag bleiben. Velayati berät das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei. Dieser habe - auch - in Atomfragen das letzte Wort, sagte Velayati.

Die westlichen Großmächte verdächtigen die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung Kernwaffen zu entwickeln. Nach Erkenntnissen der IAEO haben iranische Wissenschafter zumindest bis 2010 an der Entwicklung eines atomaren Sprengkörpers gearbeitet.

Die genaue Agenda der IAEO-Experten ist nicht bekannt. Nach Informationen aus dem Umfeld der Behörde geht es bei der Reise aber nicht um die Inspektion von Anlagen. Lediglich die lange geheim gehaltene unterirdische Anlage Fordo (Fordow), rund 160 Kilometer südlich von Teheran, werde möglicherweise besucht, wurde im Iran spekuliert. Die Anlage, in der Uran auf bis zu 20 Prozent angereichert werden soll, soll im Februar den Betrieb aufnehmen.