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Nachzügler mit Aufstiegschancen

Motor - Nachzügler mit Aufstiegschancen © Bild: Hersteller

Der Hyundai Kona gleicht seinen späten Start ins begehrte Segment der City-SUVs mit viel Ambition, moderner Technik und auffälliger Optik aus.

Die Letzten werden die Ersten sein!" Dieser Spruch mag ein wenig abgestanden klingen, erfreut sich aber in der Autowelt, und hier besonders beim VW-Konzern, allergrößter Aktualität. Denn jedes Mal, wann die Wolfsburger ein Modell in einer längst florierenden Fahrzeugklasse nachreichten, fuhr es in Bestzeit quasi über den Pannenstreifen an die Spitze der Verkaufsstatistik.

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Jetzt versucht sich der südkoreanische Autoriese Hyundai in dieser Disziplin. Kona heißt der nur 4,17 Meter kurze Flitzer, der im Segment der kleinen SUVs für Furore sorgen will. Allerdings herrscht in dieser Klasse Goldgräberstimmung, und die Anzahl der bereits lancierten Modelle würde bei einer lückenlosen Aufzählung den Platz hier gnadenlos sprengen. Verzug und Gedränge waren auch dem Hyundai-Vorstand durchaus präsent, was ein Mitglied bei der offiziellen Präsentation mit einer fast entschuldigenden Aussage unterstrich: "Wir sind spät dran, also mussten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen."

Besser hätte der Hyundai-Manager den jüngsten Wurf seines Unternehmens gar nicht vorstellen können. Denn der Kona sieht einfach so ganz anders als die liebe Konkurrenz in der Liga der sogenannten City-SUVs aus. Der inzwischen zum Markenzeichen gewordene Kaskaden-Kühlergrill dominiert die Front, die Scheinwerfer verteilen sich auf drei Ebenen: oben sitzen Blinker und Tagfahrlicht, darunter strahlen die Hauptscheinwerfer und ganz unten in der Frontschürze haben sich die Nebelscheinwerfer versteckt. Eine Unzahl an Sicken, Kanten und Rundungen im Blechkleid verstärkt die Auffälligkeit. Und damit man den kleinen Hyundai in der überbordenden Armada der City-SUVs ja nicht übersieht, haben wir unseren Test-Kona in "Acid Yellow" geordert eine fürwahr giftige Farbe. Motorisch kocht unser Kona auf kleiner Flamme, aber mit überzeugendem Ergebnis. Der Ein-Liter-T-GDI ist nämlich ein moderner Turbo-Dreizylinder mit 120 PS, der sich als durchaus agil und drehfreudig erweist. Ab 2.000 Touren legt er sich schön ins Zeug, lässt dabei aber seine Dreizylindrigkeit akustisch nicht überhören. Die Straßenlage darf als agil bezeichnet werden, der Federungskomfort als langstreckentauglich, nicht als batzweich.

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Dass der Kona sich optisch als SUV ausgibt, liegt daran, dass es auch eine stärkere Variante mit Allrad, Doppelkupplungsautomatik und 177 PS gibt. Wir blieben bei der einfacheren, handgeschalteten Version mit Frontantrieb und fuhren damit nicht schlecht -auch weil unser Kona mit allen erdenklichen Helfern vom Scheiben-Head-up-Display bis zum Notbremsassistenten gesegnet war.

Daten

Hyundai Kona 1.0 GDI 2WD

Preis: € 26.990,-(Style)
Motor: 3 Zylinder, Turbobenziner, 998 ccm
Leistung: 120 PS (88 kW)
Spitze: 181 km/h
0-100: 12,0 Sek.
Verbrauch: 5,8 l/100 km
Emission: 135 g CO2/km
Fazit: Optik und höhere Sitzposition gaukeln SUV-Feeling vor, doch als 2WD ist der Hyundai Kona ein listiger Kleinkombi