Motor von

Heimlich, still und leise

Der Hyundai Ioniq Elektro sieht lässig aus und fährt sich flott

Hyundai Ioniq Elektro © Bild: Hersteller

Kein anderes Thema erregt und polarisiert zur Zeit die Automobilbranche mehr als die Elektromobilität. Den Autos, die an der Steckdose statt an der Zapfsäule betankt werden, gehöre die Zukunft, meinen die einen. Gegen die Strommobile würden hohe Kosten, geringe Reichweite und handverlesene Ladestationen sprechen, argumentieren die anderen.

Während die Pros und Cons einander die Waage halten, zeigt sich Hyundai unbeeindruckt und schickt seinen Ioniq (den es auch als Hybrid und Plug-in-Hybrid geben wird) in den noch spärlich besetzten E-Mobil-Markt. Wir haben dem lupenreinen Elektriker, der mit 35.490 Euro in der Liste steht, genau auf den Lithium-Polymer-Akku gefühlt.

Natürlich fällt der Ioniq im Großstadtverkehr auf, vor allem dadurch, dass die Front geschlossen ist. Ein Stromer braucht eben nicht so viel Frischluft wie ein Benziner oder Diesel. Die Coupéform ist up to date und stört höchstens großgewachsene Fondpassagiere, die mit dem Scheitel am Dachhimmel anstoßen.

Hyundai Ioniq Elektro
© Hersteller

Weil wir schon beim Innenraum sind: Der ist übersichtlich, ein klein wenig spacig, und der Sieben-Zoll-Touchscreen ist serienmäßig. Eyecatcher sind jedoch die Paddles am Lenkrad. Denn sie verwirren den unbedarften Betrachter: Welches Elektroauto hat schon ein Schaltgetriebe? Auch dem Ioniq Elektro reicht ein einziger Gang. Des Rätsel Lösung: Mit den Schaltwippen hinter dem Lenkrad wird die Rekuperationsstärke, also die Energierückgewinnung beim Bremsen, reguliert. In der höchsten Stufe braucht man gar nicht zu bremsen, wenn man auf eine rote Ampel zufährt: Indem man den Fuß vom Strompedal nimmt, bleibt man von ganz alleine stehen. Oft sehr zur Überraschung nachfolgender Autofahrer.

Mittels Schalter in der Mittelkonsole können die drei Fahrmodi "Eco", "Normal" und "Sport" gewählt werden. Wobei man nur bei letzterer Einstellung eine Veränderung spürt. Dann beschleunigt der Ioniq an der Kreuzung so manch verdutzten BMW-Fahrer aus. Macht man das zu oft, sinkt die Reichweite jedoch dramatisch - und man fühlt sich in längst vergangene Tage versetzt, als man sein erstes Auto bloß um 50 Schilling fütterte und ständig mit der Angst im Nacken herumkurvte, irgendwo ohne Sprit liegen zu bleiben.

Hyundai Ioniq Elektro
© Hersteller

Das passiert mit dem E-Ioniq nicht. Auch wenn die von Hyundai angegebene Reichweite von 280 Kilometern utopisch ist, 160 schafft man doch. Dann muss der Ioniq ans Schnellladekabel. Im Idealfall für eine halbe Stunde, um 80 Prozent der Energie in den Akku zu saugen - im Ausnahmefall an die Haushaltssteckdose. Für gut acht Stunden.

Daten

Hyundai Ioniq Elektro

Preis: € 35.490,-
Motor: Elektro mit 1-Gang-Getriebe
Leistung: 120 PS (88 kW)
Spitze: 165 km/h
0-100: 9,9 Sek.
Verbrauch: 13 kWh/100 km
Reichweite: 160 km
Fazit: Elektrisch fahren macht mit dem Ioniq Spaß. Dennoch sollte man keine Strecken einplanen, die länger als 160 Kilometer sind

Hyundai Ioniq Elektro
© Hersteller Laden mit Wechselstrom oder, schneller, mit Gleichstrom