Schifferl-Versenken mit der Hypo

Pleite-Bank finanzierte Luxus-Yachten für dubiose osteuropäische Unternehmer

Sie sind ein besonders wunder Punkt in der ohnehin schmerzensreichen Geschichte der Kärntner Hypo Alpe Adria: die Yachten. Wer dieses Thema anspricht, kann sicher sein, heftige Reaktionen zu ernten. Als – zum Beispiel – kurz vor der Notverstaatlichung der Bank im Jahr 2009 die Meldung die Runde machte, 400 von der Hypo finanzierte Boote wären verschwunden, war die Aufregung groß – ebenso, als sich das als offensichtliche Fehleinschätzung herausstellte. Doch: Nur weil das Problem nicht ganz so riesig ist, heißt das nicht, dass es kein Problem gibt.

von Luxusyacht © Bild: 'Thinkstock

Sie existieren nämlich sehr wohl, die Luxus-Yachten, die zunächst um Millionen Euro für dubiose Unternehmer aus Osteuropa angeschafft wurden und dann – nachdem die Leasing-Raten ausblieben – nur noch schwer auffindbar waren. Mitunter lagen sie hunderte Kilometer entfernt vor Anker – ramponiert, verwahrlost und leergeräumt. NEWS kennt mehrere solcher Fälle im Detail. Eines ist dabei klar: Bei Luxus-Yachten, die mehrere Millionen- Euro kosten, kommt jeder einzelne Problemfall teuer. Und bei der staatlichen Hypo heißt das, dass letztlich der Steuerzahler dafür geradestehen muss.

Whirlpool, Luxusbad und Panoramafenster

Da wäre zum Beispiel eine Yacht der Marke Azimut 105. Ein stolzes Schiff, das bei jedem Bootsfreund für glänzende Augen sorgt: 31 Meter lang, 7 Meter breit, zwei 2000-PS-Dieselmotoren. Das Achterdeck ist mit Teak-Holz belegt. Weiter oben finden sich eine Bar und ein großer Whirlpool. Im Salon-Bereich können locker zwölf Personen Partys feiern. In der Hauptkabine gibt es ein Ehebett, eine Minibar und Panoramafenstern sowie ein Luxusbadezimmer mit Whirlpool-Badewanne und Massagedusche. Im Gästebereich finden sich zwei Kabinen mit Ehebetten und zwei weitere mit separaten Betten. Das ganze Boot verfügt natürlich auch über eine Klimaanlage und separaten Kabinen für die Crew.

Nun: Dieses schöne Stück stach offenbar im Jahr 2007 dem bulgarischen Geschäftsmann Alexandur A. und seinem Sohn ins Auge. Deren Firma war in der Tourismusbranche tätig – vor allem am Schwarzen Meer. Die finanzielle Situation laut – späterer – Hypo-Einschätzung: äußerst intransparent, sehr schlechte Bilanzzahlen, negatives Eigenkapital, namhafte Verluste, marginale Umsätze.

Sechs Mililarden für Yacht

Das war aber noch kein Hinderungsgrund dafür, sich per Leasing ein schönes Boot anzuschaffen. Dabei hätte es Herr A. zunächst eigentlich auch eine Nummer kleiner genommen: Eigentlich sollte zunächst eine Yacht der Marke Azimut Leonardo 98 geleast werden. Auch ein sehr schönes Boot – gekostet hätte es 5,5 Millionen Euro. Dann konnte man sich mit dem Verkäufer jedoch nicht auf den endgültigen Preis einigen – und außerdem wollte man ohnehin bald darauf zur Bootsmesse nach Cannes fahren. Dort konnte Herr A. der beschriebenen Azimut 105 dann offenbar nicht widerstehen – auch wenn diese mit gut 7,5 Millionen Euro gleich um zwei Millionen Euro mehr kostete als die Leonardo 98. Den damaligen Hypo-Managern in Bulgarien, wo ohnehin das schnelle Wachstum im Vordergrund stand, war das nicht unrecht. Sie finanzierten das stolze Stück mit mehr als sechs Millionen Euro.

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Kommentare

Wann stehen jene Banker vor Gericht, die so leichtfertig Kredite vergeben ? Oder hat da am Ende gar der eine oder andere mitverdient ? Der Schaden, der nun durch die nicht notwendige 'Notverstaatlichung' durch Pröll & Co auf den Steuerzahler abgewälzt werden soll ist zu minimieren indem jede Person, die an der Vergabe solcher faulen Kredite beteiligt war zur Haftung und Regresszahlungen herangezogen wird. Schließlich hat jeder von denen auch für dieses Geldverbrennen ein Gehalt und Boni kassiert.

System. Und nichts anderes war diese Aktion mt Yachten, und viele andere. Man holte sich einflussreiche Ex-Politiker wie Franz F. aus Tirol, der Herrn Sanader und Co die Ezzes gab, wie man aus EU das Geld abholt. Natürlich verstanden am Balkan viele die Botschaft anders, nämlich sich selbst zu bedienen. Gepriesen sei die EU und ihre Verlockungen für Politiker und "bisnissmen".

Könnten nicht hinter diesen verschwundenen Yachten Hochegger, Laider, Lüssel oder Lasser stecken? Hat einer von ihnen oder einer ihrer Strohmänner eine solche Yacht? Da haben wohl manche mit geliehenen Identitäten billig eine Yacht erstanden? So blöd können Banker doch nicht sein? Hat da ein Politiker einen Befehl gegeben oder eine Bürgschaft übernommen? Egal, wir bezahlen alles.

4000 PS - bei einem Verbrauch von 0,25 Liter pro PS und Stunde bedeutet dies eine Stunde vollgas fahren sind 1000 Liter. Der durchschnittliche Tank eines Autos - 50 Liter - sind in 3 Minuten durch.

Das ist doch das klassische Modell unserer Politik und Wirtschaft: Mehr Stimmen, mehr Umsatz und das um jeden Preis. Was können diese Banker eigentlich, eine Bilanz lesen auf jeden Fall nicht. Private Haftung sonst hilft da gar nichts, sowohl bei Politikern, Banker & Co.

Wenn Bankenmanager an Firmen mit schlechten Bilanzen und ohne Eigenkapital solch hohe Kredite für Luxus vergeben, und bei Bankpleiten dann auch noch hohe Abfertigungen kassieren, und dies alles in Bulgarien, dann stellt sich die Frage, warum der österreichische Steuerzahler für diese kriminellen Geldgeschäfte büßen soll. Radikale Pfändungen aller Besitztümer solcher Manager !

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