Hypo-Vorzugsaktien: NEWS veröffentlicht Gegengutachten von Kirchmayer & Hirschler

Erste Tranche Vorzugsaktien sei "zulässig" gewesen Zweite Tranche bisher noch nicht untersucht worden

Hypo-Vorzugsaktien: NEWS veröffentlicht Gegengutachten von Kirchmayer & Hirschler

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt steht in der Causa Hypo-Vorzugsaktien unmittelbar vor der nächsten Anklageerhebung. Laut dem Gutachten des Sachverständigen Karl Hengstberger im Auftrag der Staatsanwaltschaft sei es unzulässig gewesen, dass über Hypo-Kredite finanzierte Vorzugsaktien als Eigenkapital in der Bilanz dargestellt wurden.

Dieser Auffassung widersprechen Kirchmayr und Hirschler in ihren Gutachten. Laut Kirchmayr sei die "Generierung von Eigenmittel durch Fremdanteilskonstruktionen" in Österreich "seit Jahren gängige Praxis". Und auch Hirschler stellt fest, dass die jetzt beanstandete erste Tranche der Vorzugsaktien, die lediglich Call-Optionen beinhaltete, "zulässig" gewesen sei.

Hengstberger untersuchte nur eine Tranche
Indes regt sich Kritik aus Deutschland: Gutachter Hengstberger hätte nämlich beide Tranchen der Vorzugsaktien untersuchen sollen. "Nach Rücksprache und im Einverständnis mit der Staatsanwaltschaft" hat Hengstberger jedoch nur den Vorzugsaktienerwerb in der ersten Tranche durch die BC Holding begutachtet.

Die zweite Tranche, in die viele prominente Unternehmerpersönlichkeiten involviert sind und bei der die Unzulässigkeit durch Put-Optionen und Patronatserklärungen auf der Hand liege, wurde jedoch bisher nicht begutachtet. Im Fall einer nachgewiesenen Bilanzfälschung bei der zweiten Tranche wären Schadenersatzforderungen aus München jedoch ungleich leichter durchzusetzen.

Alle Infos dazu finden Sie im NEWS 08/2011