Fakten von

Dörfler im Hypo-U-Ausschuss

Kärntens Ex-Landeshauptmann: Verstaatlichung unter Druck erfolgt

Fakten - Dörfler im Hypo-U-Ausschuss © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Die politische Verantwortung für das Hypo-Desaster bei anderen zu suchen und dabei im Kreis zu zeigen, ist heute im parlamentarischen Hypo-Untersuchungsausschuss weitergegangen. Befragt wurde der freiheitliche Bundesrat Gerhard Dörfler, der zum Zeitpunkt der Notverstaatlichung der früheren Hypo Alpe Adria Landeshauptmann Kärntens war.

"Ich war nicht autorisiert, ich war nicht Eigentümervertreter", verwies der ehemalige Landeshauptmann oftmals auf die Kärntner Landesholding, die die Hypo-Landesanteile verwaltete. Auch sei er nie Landtagsabgeordneter gewesen und habe daher nie Landeshaftungen mitbeschlossen, verwies er auf Verantwortungen, die ihn nicht beträfen. Ohne Finanzkrise wäre auch vieles anders gekommen, meinte der Ex-Landeschef.

Dörfler von Verstaatlichung überrascht

Dörfler sagte, ihn habe die Verstaatlichung überrascht. Außerdem sei diese unter Druck erfolgt. Bayerische Vertreter - Hypo-Mehrheitseignerin war die BayernLB - hätten mit einem Pleiteszenario Druck gemacht, obwohl sie eine Pleite nicht gewollt hätten. Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) - der Dörfler kurzfristig am 12. Dezember per SMS nach Wien zu den Verhandlungen gebeten habe - hätte auf ihn, Dörfler, Druck ausgeübt, einen Beitrag zur Verstaatlichung zu leisten. Und auch habe aus Dörflers Sicht Zeitdruck geherrscht, der so nicht notwendig gewesen sei.

Dörfler betonte aber auch, dass er über niemanden der damaligen Verantwortlichen sagen würde, dass sei eine bewusste Fehlentscheidung getroffen hätten mit der Verstaatlichung der Hypo. Die Hypo habe etwa in Bosnien noch heute ein ausgezeichnetes Image, quasi als Entwicklungsbank. "Dass das leider der österreichische Steuerzahler zahlt, ist die traurige Seite der Realität", bedauerte Dörfler.

Kritik an Nicht-Erscheinen der Bayern

Wiederholt kritisierte Dörfler, dass sich die früheren Verantwortlichen der BayernLB trotz Ladungen dem U-Ausschuss nicht stellen.

Rund um das Tauziehen hinter den Kulissen über das ganze Jahr 2009, wie die Hypo Alpe Adria denn wieder kapitalisiert werden könne, war Dörfler ein angebliches Angebot der BayernLB zu einer gemeinsamen Rekapitalisierung nicht bekannt, wie er sagte.

Kommentare

christian95 melden

Die Kärnter Hypo ist seit Monaten in der Öffentlichkeit. Ein eigener parlamentarischer U-Ausschuss füttert die Medien: "Der Haider war´s"
(Dabei wird niemals erwähnt, dass Rot und Schwarz in ALLEN Gremien mitgestimmt haben. Landtag, FMA, Finanzministerium, Nationalbank).
Niemals könnte Dörfler Bundespräsident werden, Hundsdorfer mit dem Bawag-Skandal dagegen schon. So funktioniert Österreich.

christian95 melden

Niemand fragt bzw. erwähnt ob sich Hundsdorfer "erinnern" kann. Es ist kein Nachteil wenn Faymann (SPÖ) die Presseförderung um das Vierfache erhöht hat. (In der Privatwirtschaft sagt man dazu "anfüttern").

Ist das der LH, dem die STA Klagenfurt nach Einstellung einer Anklage gegen Ihn bestätigt hat, dass er das Verbotene seines Handelns nicht begreifen kann? Wenn ich an das denke, dann gruselt es mir heute noch, in welchen Händen dieses vielgeplagte Bundesland war. Allerdings zum Erkenntnis der STA: Mir wurde einmal in einer Verwaltungsstrafsache gesagt, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schütze!

Es gibt eine Solvenzaufsicht, die sicherstellen soll, dass die Bank jederzeit zahlungsfähig bleibt. VERSAGT! Bankenaufsicht überwacht die Konzessionierung. Versagt! usw. Man kann noch weiter naiv bleiben und glauben, dass hier eine Person agiert hat. Wie in der LReg. Projekte beschlossen werden, sollte spätestens wenn man Gschreibsel von sich gibt jedem klar sein.

higgs70

So gesehen hat diese Befragung ein eindeutiges Ergebnis hervorgebracht: "Damit hatte ich nichts zu tun,ich kann mich nicht erinnern,das kommentiere ich nicht,ich war nicht zuständig,ich hab nichts gewusst, ich hab nicht nachgefragt, ich hab nicht nachgedacht". Und wenn man diese Selbstdarstellungen in dubio pro reo nicht bezweifelt und sie stammen ja vom Betroffenen selbst, ist der Schluss geistiger Unzulänglichkeit zwingend.
Womit wiederum feststeht, dass der Mann zu einem Landesamt nicht einmal hätte dazuriechen dürfen. Und jetzt zahl ich den auch noch im Bundesrat.

Bei der oftzitierten BAWAG sind wenigstens nur Gewerkschaftsgelder, aber keine Steuergelder verschwunden. nach Rueckzahlung der Bankenhilfe und durch Praemien fuer die staatlichen Haftungsgarantien hat die Republik an der BAWAG am Ende verdient, bei der Hypo sind ma schon bei 17Mrd Schaden.

Die 15Mrd Landeshaftungen wurden leider nicht "verkauft", unter blau-schwarz 900 Mio Partizipationskaptial (Steuergelder) an die Hypo, Bezeichnung der Bank als "non-distressed" , weshalb durch gerichtlicher Verurteilung der Republik Oesterreich die Bayern 2.7 Mrd ihrer Einlagen als rueckzahlbaren Kredit betrachten durften (obwohl durch Vergleich "nur" 1.9Mrd Schaden am Steuerzahler).

christian95 melden

Jörg Haider hat die marode Bank um viel Geld verkauft und wird deswegen sogar noch im Grabe kritisiert. Josef Pröll hat sie dem Steuerzahler auferlegt um die Banken zu schützen. - Und Hundsdorfer mit dem Bawag-Skandal kann sogar Bundespräsident werden. So funktioniert Österreich.

Nudlsupp melden

In Ihrer Welt funktioniert Österreich vielleicht so. Erliegen Sie aber nicht dem Irrtum, daß auch nur ansatzweise Realitätsbezug unterstellt werden kann. Das mit dem Verkauf und den Haftungen, haben wir schon gefühlte 100 Mal richtig gestellt. Interessiert Sie aber weiterhin nicht. Parteipropaganda ist nun mal nicht der Wahrheit verpflichtet. Möglicherweise glauben Sie es sogar schon selbst,....

Nudlsupp melden

wenn Sie diese Lügengeschichten mind. 100fach posten und nicht mal den Anstand haben, diese Lügen einzustellen, egal wie oft man Sie darauf hinweist.

giuseppeverdi melden

Lieber Gugelhupf was ist den das da oben für eine Einstellung wenn sie sagen "Bei der oft zitierten BAWAG sind wenigstens nur Gewerkschaftsgelder, aber keine Steuergelder verschwunden" auch die Mitgliedsbeiträge der Gewerkschaftsmitglieder sind "öffentliche Gelder"! Ihr Argumentation kommt mir so vor, als ob jemand einen Rentner ermordet und die Zeitung dann schreibt, ein "Belastungsmensch" ....

giuseppeverdi melden

...für das Budget weniger. Wenigstens ist kein "wichtiger" Mensch, z.B. ein Politiker, ermordet worden!

Seite 1 von 1