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Hypo-Prozess - Weitere Zeugen zur Causa "Blok 67" befragt

Vorstände der Hypo Bank Serbien sagten aus

Im Hypo-Prozess zu den Fällen "Hilltop" und "Blok 67" ist am Dienstag die Causa "Blok 67" im Mittelpunkt der Zeugenbefragungen am Landesgericht Klagenfurt gestanden. Mitarbeiter der Hypo Bank Serbien sagten aus. Der Untreue angeklagt sind in diesem Zusammenhang die Ex-Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger sowie der Steuerberater Hermann Gabriel als Projektwerber.

Bei "Blok 67" geht es um die Planung und Errichtung einer Wohn- und Geschäftsanlage in Belgrad in den Jahren 2006/07. Die Gebäude wurden für die Universitäts-Olympiade "Universiade 2009" gebaut und danach als Wohnungen verkauft. Die Hypo gewährte einen Kredit von drei Mio. Euro und stellte Haftungsgarantien in der Höhe von mehr als 60 Mio. Euro aus.

Damalige Vorstandsmitglieder der Hypo Bank Serbien erklärten, dass ihr Institut die Garantie für das Baurecht ausstellte, weil dies laut serbischem Recht nur eine lokale Bank durfte. Das Projekt sei für sie aber zu klein, und der Betrag daher über eine "Rückgarantie" der Hypo International abgesichert gewesen.

Die ausgestellten Garantien - als Sicherheit für den Fall, dass nicht gebaut werde - seien nie gezogen worden, denn das Projekt sei schlussendlich rechtzeitig fertiggestellt, alle Wohnungen und Geschäftsräume seien verkauft worden, erzählte einer der Zeugen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Hypo das Projekt übernommen, weil es zu scheitern drohte.

Die beiden ehemaligen Hypo-Banker schilderten wie schon Zeugen vor ihnen das System in Serbien: Man habe kein Grundstück, sondern nur das Baurecht erwerben können. Erst nach Beginn der Bauarbeiten habe man das Pfandrecht auf die Gebäude eintragen lassen können.

Dazu präzisierte Gabriel, die von der Hypo ausgestellten Garantien seien nicht abstrakt, sondern vertraglich an die Baugenehmigungen gebunden gewesen. Wäre Belgrad hier säumig gewesen, hätten sich alle Fristen nach hinten verschoben und die Garantien hätten von der Stadt nicht gezogen werden können.

Die Hauptverhandlung wurde auf Donnerstag vertagt. An diesem Tag sollen Zeugen sowohl zu "Hilltop" als auch "Blok 67" befragt werden.

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